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Leseprobe CONNEXI 2020-05 SCHMERZ Palliativmedizin

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GONARTHROSE Radiologisch

GONARTHROSE Radiologisch interventionelle Therapie der Kniegelenksarthrose Peter Minko und Patrick Orth, Homburg/Saar © javiindy/photocase.de Die Arthrose des Kniegelenks (Gonarthrose) ist eine degenerative Erkrankung, deren Verlauf nicht umkehrbar ist und die mit deutlicher Einschränkung der physischen Aktivität und Lebensqualität aufgrund chronischer Schmerzen einhergehen kann. Die bis dato klinisch etablierten Behandlungskonzepte beinhalten neben der konservativen medikamentösen Therapie auch Operationen bis hin zum künstlichen Kniegelenk (Kniegelenkprothese), abhängig von Schweregrad der Arthrose und Intensität der Schmerzen. Eine Vielzahl von Patienten sprechen – vor allem im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung – auf konservative Therapien nicht mehr an und können oder wollen nicht dauerhaft Schmerzmittel einnehmen. CONFERENCES Des Weiteren sind einige Patienten noch zu jung oder andere zu krank, um eine Kniegelenkprothese zu erhalten. Außerdem klagen bis zu 10 % der Patienten über weiterhin bestehende Schmerzen nach einem künstlichen Kniegelenk. Die Ursachen hierfür sind vielfältig, in einigen Fällen liegt eine geringradige (low-grade) Entzündungsreaktion zugrunde. Geniculararterienembolisation Die interventionelle Schmerztherapie in Form der temporären Embolisation der Arteria (A.) genicularis (Kniegelenksarterie; Geniculararterienembolisation [GAE] oder auch transarterielle periartikuläre Embolisation [TAPE]) stellt eine neue Form der symptomatischen Therapie bei der Gonar- 20

GONARTHROSE throse dar. Die initialen Ergebnisse dieser Methode sind seit den ersten veröffentlichten Studien 2015 vielversprechend [1]. Größere Patientenzahlen folgten und zeigen bis dato aussichtsreiche Ergebnisse [2–6]. Hierbei konnte eine Reduzierung des WOMAC-Schmerz-Index um 50 % bei 86,3 % der Patienten nach sechs Monaten und bei 79,8 % der Patienten nach drei Jahren erzielt werden [1–3]. Nach einer lokalen Betäubung in der Leiste wird ein kleiner Katheter in die Hauptschlagader des Beins (A. femoralis communis) eingebracht und unter Röntgenkontrolle (Angiographie) zu den kniegelenkversorgenden Gefäßen vorgeführt. Die einzelnen kleinen Gefäße, welche das Kniegelenk versorgen, werden gezielt (superselektiv) mittels eines Mikrokatheters (Durchmesser 0,51 mm) sondiert (Abbildungen 1a, 2a). Lässt sich eine Entzündungsreaktion durch eine vermehrte Kontrastmittelaufnahme (blush) darstellen (Abbildungen 1a, 2a), wird ein Medikament gespritzt, welches die kleinsten Gefäße verschließt (Embolisation) (Abbildungen 1, 2b, c). Bei vielen Patienten wird der ihnen bekannte Schmerzreiz bei der Sondierung und Applikation von Kontrastmittel ausgelöst, was für eine erfolgreiche Therapie ein guter prognostischer Faktor sein kann. Für den Verschluss der Gefäße wird als Embolisat entweder ein Gemisch eines Antibiotikums (Imipenem/ Cilastatin) und Kontrastmittel oder kleine normierte Partikel (Mikrosphären) verwendet. Nach der Embolisation werden die Katheter wieder entfernt und die Punktionsstelle mittels manueller Kompression verschlossen. Eine Bettruhe von mindestens sechs Stunden und ein Druckverband für 24 Stunden sind nach dem Eingriff notwendig. Aus diesem Grund ist ein stationärer Krankenhausaufenthalt mit einer Übernachtung vorgesehen. Körperliche Einschränkungen sind – abgesehen von zwei Tagen Sportkarenz – nach dem Eingriff nicht erforderlich. Diskussion Prof. Dr. med. Peter Minko, MBA peter.minko@uks.eu Prof. Dr. med. Patrick Orth patrick.orth@uks.eu Der genaue Wirkungsmechanismus dieser neuen Methode ist bislang noch nicht gänzlich bekannt. Ausgehend von der Hypothese, dass es durch die Arthrose zu einer Inflammationsreaktion kommt, wird eine synoviale Angiogenese ausgelöst, was CONFERENCES 21

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