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Leseprobe CONNEXI-2021-02 AIDS COVID-19 Infektiologie

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Magazin über Gesundheit, Medizin, Therapien

ONKOLOGIE-SYMPOSIUM

ONKOLOGIE-SYMPOSIUM CONFERENCES ziell ist darüber hinaus die MRT-Untersuchung des Beckens mit multiparametrischer MRT, anguliert auf den Analkanal. Weitere Untersuchungen ergänzen das Staging. Allen Patienten mit Analkarzinom soll ein HIV-Test angeboten werden. Bei Frauen soll ein Zervix-Karzinom-Screening hinzugefügt werden. Therapie Abbildung 1: Befund eines Analrandkarzinoms Die Therapieempfehlungen finden sich in vereinfachter Form in Tabelle 1. Es ist zu bedenken, dass viele Empfehlungen lediglich aufgrund einer mangelnden Evidenzlage zustande gekommen sind. Ebenfalls verkürzt angedeutet finden sich Hinweise zur Einbindung psycho-onkologischer, supportiver oder palliativer Versorgungsaspekte. Diese nehmen in der Leitlinie einen breiten Raum ein, wodurch eine Vollständigkeit im Sinne einer ganzheitlichen Herangehensweise entstanden ist. Als Besonderheit wurde versucht, den Begriff Nicht-Heilbarkeit für palliativmedizinische Inhalte individuell auf das Analkarzinom zu beziehen. Es wurde zudem empfohlen, eine prätherapeutische Stomaanlage möglichst zu vermeiden, was ein wichtiges Thema aus Patientensicht war. Für ältere oder multimorbide Patienten wurden reduzierte Therapiekonzepte in die Leitlinie aufgenommen. Bei bis zu 30 % der Patienten kommt Tabelle 1: Therapiestrategien Analkarzinom (vereinfacht) Stadium Analrandkarzinom Analkanalkarzinom St. I (Tumor bis 2 cm im Durchmesser) St. II und III (lokal fortgeschritten, nicht metastasiert) St. IV (metastasierte Situation) Multimodales Vorgehen nach Tumorkonferenzbeschluss Palliativsituation Alle Patienten Operative Resektion Radiochemotherapie; Alternativ: Operative Resektion bei T2 N0 M0 es nicht zur vollständigen Remission oder Rezidive treten auf. Auch hierfür existieren Behandlungspläne, die auch ausgedehnte chirurgische Resektionen beinhalten. Ein differenziertes Nachsorgeprogramm (mit besonderen Hinweisen für HIV-Infizierte) und Empfehlungen zur Rehabilitation sind in die Leitlinie eingearbeitet. Zusammenfassung Radiochemotherapie; Alternativ: Operative Resektion Radiochemotherapie Individuelles Vorgehen nach Tumorkonferenzbeschluss Angebote Psycho-Onkologie; Aufklärung über Sexualität und Tumortherapie, supportive Therapie, Palliativmedizin Die neue Leitlinie zum Analkarzinom stellt einen wichtigen Fortschritt in der qualitätsgesicherten Versorgung von Tumorpatienten dar. Sie wurde von Mitwirkenden vieler Fachgesellschaften und Patientenvertretern erstellt und stellt die zeitgemäße Versorgung des Krankheitsbildes mit sehr elaborierter Erarbeitung der jeweiligen Evidenzlevel und Qualitätsindikatoren dar. In Kürze wird eine entsprechende Patientenleitlinie erscheinen. Prof. Dr. Mark Oette Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Gastroenterologie und Infektiologie, Krankenhaus der Augustinerinnen, Jakobstr. 27-31, 50678 Köln 24

INTERVIEW Der niedergelassene Arzt zwischen mutierten Coronaviren und Impfoptionen mit Prof. Dr. Andreas Plettenberg © Shutterstock/Alexander Limbach Die erhoffte Eindämmung der Pandemie ist mit den bis jetzt ergriffenen Maßnahmen nicht eingetreten. Die Mutanten breiten sich schnell aus, noch sterben viele Menschen an oder mit dem SARS-CoV-2-Virus. Derzeit sind vier Impfstoffe zugelassen, die Kampagne läuft schleppend, erste Warnzeichen von schweren Nebenwirkungen wurden beobachtet. So hoch wie die Erwartungen an die Impfung sind, so verunsichert und skeptisch sind aber auch viele Menschen. Überzeugende Impfaufklärung und -motivation sind gefragt. Wie sind die niedergelassenen Ärzte darauf vorbereitet? connexiPLUS hat Prof. Dr. Andreas Plettenberg, Hamburg, dazu interviewt. Während für andere Indikationen seit Jahrzehnten an einem Impfstoff geforscht wird, sind ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie bereits mehrere Impfstoffe zugelassen, weitere Zulassungen werden erwartet. Wie konnte das so schnell gelingen? Es ist auch für mich verblüffend, dass so schnell gleich mehrere Impfstoffe verfügbar sind. Dies war möglich, weil hier mehrere begünstigende Faktoren zusammengekommen sind. 1. Während der letzten zehn Jahre wurde sehr viel zu Impfungen geforscht, unter anderem auch speziell zu Corona-Impfungen, zum Beispiel gegen MERS. Darauf konnte nun aufgebaut werden. 2. sind alle Nationen dieser Welt betroffen, und es hat viele internationale Kooperationen gegeben. 3. standen ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung. 4. Wir befinden uns aktuell mitten in einer Pandemie, es haben also sehr viele Menschen CONFERENCES 25

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