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Leseprobe CONNEXI-2021-02 AIDS COVID-19 Infektiologie

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Magazin über Gesundheit, Medizin, Therapien

ONKOLOGIE-SYMPOSIUM

ONKOLOGIE-SYMPOSIUM Überleben Nach einem medianen Follow-Up von 6,5 Jahren (Spanne, 0,3−20,9) sind zwölf Patienten (13,5 %) verstorben. Todesursachen waren ein rezidivierter/refraktärer KZT (n=5), eine AIDS-definierende Erkrankung (n=3), oder andere Ursachen (Sepsis ohne Zusammenhang mit der Therapie [n=2], Rektumkarzinom [n=1], Autounfall [n=1]). In Bezug auf die gesamte Kohorte beträgt das KZT-freie Überleben nach fünf Jahren 95 % ( 95% CI, 0,90−0,99), das progressionsfreie Überleben nach fünf Jahren 81 % ( 95% CI, 0,73−0,89), und das Gesamtüberleben nach fünf Jahren 91 % ( 95% CI, 0,85−0,98). In der univariaten Analyse wiesen Patien ten mit ungünstiger Prognose des KZT (HR 21,2, P=0,021) und solche mit einem ECOG- Performance Status >1 (HR 12,91, P=0,023) ein signifikant schlechteres Überleben auf [10]. Die ART sollte auch während der antineoplastischen Therapie beibehalten bzw. begonnen werden. Literatur 1. Beyer J, Albers P, Altena R et al. Maintaining success, reducing treatment burden, focusing on survivorship: highlights from the third European consensus conference on diagnosis and treatment of germ-cell cancer. Ann Oncol 2013;24:878−888. 2. Hentrich M, Pfister D. HIV-associated urogenital malignancies. Oncol Res Treat. 2017;40:106−112. 3. Hernández-Ramírez RU, Shiels MS, Dubrow R, Engels EA. Cancer risk in HIV-infected people in the USA from 1996 to 2012: a population-based, registry-linkage study. Lancet HIV 2017;4:e495-e504. 4. Hessol NA, Whittemore H, Vittinghoff E et al. Incidence of first and second primary cancers diagnosed among people with HIV, 1985−2013: a population-based, registry linkage study. Lancet HIV. 2018;5:e647−e655. 5. Bernardi D, Salvioni R, Vaccher E et al. Testicular germ cell tumors and human immunodeficiency virus infection: a report of 26 cases. J Clin Oncol 995;13:2705−2711. 6. Timmerman JM, Northfelt DW, Small EJ. Malignant germ cell tumors in men infected with the human immunodeficiency virus: natural history and results of therapy. J Clin Oncol 1995;13:1391−1397. 7. Hentrich M, Brack NG, Schmid P et al. Testicular germ cell tumors in patients with human immunodeficiency virus infection. Cancer 1996;77:2109−2116. 8. Fizazi K, Amato R, Beuzeboc P et al. Germ cell tumors in patients infected by the human immunodeficiency virus. Cancer 2011;92:1460−1467. 9. Powles T, Bower M, Sharnash J et al. Outcome of patients with HIV-related germ cell tumours: a case-control study. Br J Cancer 2004 ;90:1526−1530. 10. Hentrich M, Bower M, Daugaard et al. Treatment and outcome of men with HIV-associated germ cell tumors. Infection 2021;49(Suppl 1):S25(O45) Schlussfolgerung CONFERENCES Die Überlebensraten von Patienten mit HIV-KZT unterscheiden sich nicht mehr von denen HIVnegativer Männer mit KZT. Die ART sollte auch während der antineoplastischen Therapie beibehalten bzw. begonnen werden unter Beachtung möglicher Interaktionen mit zytotoxischen Substanzen. Prof. Dr. Marcus Hentrich Rotkreuzklinikum München gGmbH, Abteilung für Innere Medizin III — Hämatologie und Onkologie Nymphenburger Straße 163, 80364 München 42

HIV UND STOFFWECHSELERKRANKUNGEN Was ist anders als in der Allgemeinbevölkerung? Sven Schellberg, Berlin © Stockphoto/vgajic Stoffwechselkrankheiten wie Adipositas, Diabetes mellitus und Hyperlipidämien sind große Volks- und Zivilisationskrankheiten und zählen zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland [1]. Die hieraus langfristig resultierenden Herz-Kreislauferkrankungen gehören noch immer zu den häufigsten Todesursachen [2]. Mit zunehmender Lebenserwartung sind auch HIV-positive Menschen dank guter Behandlungsmöglichkeiten der Infektion von o. g. Komorbiditäten betroffen. Gibt es Unterschiede im Management der Stoffwechselerkrankungen und was bedeutet das für den HIV-Behandler in der klinischen Praxis? Die HIV-Infektion zählt heute zu den chronisch-behandelbaren Erkrankungen. Während Betroffene noch vor 20 Jahren kaum eine Chance hatten, ein Alter zu erreichen, in dem Herz-Kreislauferkrankungen von klinischer Relevanz werden, haben Menschen, die mit HIV leben, heute eine annähernd normale Lebenserwartung. Übliche metabolische Komorbiditäten, die der HIV- Behandler in der Vergangenheit kaum sah und auch kaum beachten musste, werden dank einer alternden Patientenpopulation mittlerweile zum Alltag. CONFERENCES 43

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