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Leseprobe CONNEXI KARDIOLOGIE Ausgabe 8-2018

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Wissenschaft, Medizin, Kardiologie, Herzchirurgie, Lipidologie

EDWARDS CARDIOBAND

EDWARDS CARDIOBAND SYSTEME EDUCATION Essen stellte die aktuellen Standards für das Screening zur Auswahl der Patienten vor. Dr. Schueler empfiehlt drei wichtige Screeningverfahren zur Identifikation der Cardioband- Kandidaten: den klinischen Befund mit Anamnese, die Echokardiografie und schließlich die kontrastmittelunterstützte kardiale Computertomografie (CT). Dies trifft auf die Reparatur der Mitralklappe ebenso wie der Trikuspidalklappe zu. Die Kandidaten für eine Behandlung mit dem Cardioband Mitral- oder Trikuspidal-System werden mithilfe von drei Screeningverfahren ausgewählt: Klinischer Befund und Anam nese, Echokardiografie sowie kontrastmittelunterstützte kardiale Multiphasen- Computertomografie. Um den Schweregrad der Mitralklappenregurgitation zu bestimmen, müssen die Stärken verschiedener echokardiografischer Messungen genutzt werden [8]. Ein starker Zug auf die Klappensegel (tethering) kann darauf hindeuten, dass die Implantation eines Cardioband Mitral- oder Trikuspidal-Systems nicht die optimalen Ergebnisse erreichen würde. Außerdem ist eine schwere Verkalkung am Anulus der Mitralklappe eine Kontraindikation für die Implantation des Cardiobands; dies lässt sich am besten im kardialen CT diagnostizieren. Dr. Nickenig fügte hinzu, dass das kardiale CT vor dem Eingriff auch weitere entscheidende Informationen liefert: über die Größe des Anulus, den Abstand zum Ramus circumflexus, in welchem Winkel der Katheter angesetzt werden kann und welche Bildgebungsebene geeignet ist. Alle anwesenden Experten waren sich einig, dass eine gute Bildqualität absolut notwendig ist, um die Situation verlässlich einschätzen zu können. Bei Kandidaten für die Reparatur der Trikuspidalklappe muss zunächst der Mechanismus identifiziert werden. Eine funktionelle oder gemischte Regurgitation, jedoch mit Überwiegen der funktionellen Komponente, verspricht normalerweise eine gute Chance auf einen Erfolg des Eingriffs. Beide, Dr. Schueler und Dr. Sarano thematisierten die Schwierigkeit den Schweregrad der Regurgitation zuverlässig einzuschätzen. Sie machten darauf aufmerksam, dass der Öffnungsbereich für die Regurgitation an der Trikuspidalklappe deutlich größer ist als an der Mi tralklappe. Die klinische Komplexität der Erkrankung macht es schwierig, geeignete Patienten zu identifizieren – besonders diejenigen mit mittelschwerer Ausprägung, die von einer Behandlung in hohem Maße profitieren würden. Genau wie bei der Mitralinsuffizienz kann auch hier ein starkes tethering die Chancen auf positive Ergebnisse des Eingriffs vermindern. Eine anuläre Verkalkung ist zwar auch hier eine Kontraindikation, tritt jedoch bei Patienten mit Trikuspidalinsuffizienz seltener auf als bei solchen mit Mitralinsuffizienz. Auch hier ist es wichtig, die Nähe zu anderen Gefäßen vorher zu bestimmen, damit man das Implantat sicher verankern kann, ohne die nahegelegenen Gefäße zu beeinträchtigen. Ein Schrittmacher in situ ist selten ein Problem 48

EDWARDS CARDIOBAND SYSTEME Tabelle 1: Charakteristika vielversprechender Kandidaten für ein Cardioband Mitral- oder Trikuspidal- System. Der richtige Kandidat für Cardioband Mitral- oder Trikuspidal-System sollte folgende Eigenschaften aufweisen : • (Sehr) gute Bildqualität in der TEE • Funktionelle Ätiologie der MI/TI (oder gemischte Ätiologie mit Überwiegen der funktionalen Komponente) • Anuläre Dilatation als Hauptgrund für die Regurgitation • Kein starker Zug auf die Klappensegel (tethering) • Keine Interferenz eines Schrittmacherkabels • Ausreichender Platz für die Verankerung, keine Gefäße nahe am Gelenkpunkt • Keine schwere Dysfunktion des rechten oder linken Ventrikels • Keine schwere pulmonale Hypertonie – solange nicht das Kabel des Schrittmachers selbst die Ursache für die Insuffizienz darstellt. Dr. Schueler beendete seine Präsentation mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Selektionskriterien für Cardioband-Kandidaten (Tab. 1). Zusammenfassung Nachdem Mitral- und Trikuspidalinsuffizienz viele Jahre lang nur entweder medikamentös oder operativ behandelt werden konnten, steht nun seit neuestem eine kathetergestützte Behandlungsmethode zur Verfügung. Die klinischen Daten zu den Cardioband Systemen, die auf dem Symposium präsentiert wurden, liefern Belege für die Wirksamkeit des Systems und die damit erzielbaren funktionalen Verbesserungen. Dr. Maisano wies darauf hin, dass die Cardioband Mitral- und Trikuspidal-Systeme im Vergleich zur konventionellen Herzchirurgie ein geringes Risiko aufweisen und zwar sowohl bei Eingriffen an der Mitralklappe als auch bei solchen an der Trikuspidalklappe. Wie bei allen vielversprechenden neuen Therapieansätzen warnten die Experten jedoch auch vor zu großer Euphorie. Die Referenten betonten die Bedeutung einer sorgfältigen Untersuchung der Kandidaten, bevor diese an ein Zentrum überwiesen werden, wo der Eingriff durchgeführt werden kann. Wie bei jeder neuen medizinischen Prozedur können auch hier zunächst technische Herausforderungen bei der Umsetzung auftreten – Dr. Prendergast wies jedoch darauf hin, dass die positiven Ergebnisse der klinischen Studien zu einer Verbreitung des Eingriffs beitragen werden. Die Herzklappeninsuffizienz wird nach wie vor zu selten diagnostiziert und zu selten behandelt. Aber das Symposium hat gezeigt, dass die Entwicklung der Cardioband Systeme dies in der Zukunft ändern könnte – eine positive Entwicklung für die Patienten und ihre behandelnden Ärzte. Mit freundlicher Unterstützung der Edwards Lifesciences S.A. Quelle: Satellitensymposium „Reducing mitral and tricuspid regurgitation through annular reduction – Edwards Cardioband Systems“ anlässlich des PCR London Valves Course, 9.–11. September 2018, London. Referenzen 1. V. T. Nkomo et al., Lancet Lond. Engl. 368, 1005–1011 (2006). 2. O. Stuge, J. Liddicoat, J. Thorac. Cardiovasc. Surg. 132, 1258–1261 (2006). 3. P. M. McCarthy, V. L. Sales, Curr. Treat. Options Cardiovasc. Med. 12, 587–597 (2010). 4. S. S. Goel et al., J. Am. Coll. Cardiol. 63, 185–186 (2014). 5. P. Lancellotti et al., Eur. J. Echocardiogr. 11, 307–332 (2010). 6. Y. Topilsky et al., Eur. Heart J. 39, 3584–3592 (2018). 7. Y. Topilsky et al., JACC Cardiovasc. Imaging , 2686 (2018). 8. W. A. Zoghbi et al., J. Am. Soc. Echocardiogr. Off. Publ. Am. Soc. Echocardiogr. 30, 303–371 (2017). 9. J. L. Zamorano et al., J. Heart Valve Dis. 25, 724–729 (2016). 10. D. S. Bach, M. Awais, H. S. Gurm, S. Kohnstamm, J. Am. Coll. Cardiol. 54, 860–865 (2009). EDUCATION 49

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