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Leseprobe CONNEXI Nephrologie Ausgabe 1-2018

EINE GUTE ENTSCHEIDUNG

EINE GUTE ENTSCHEIDUNG Peritonealdialyse als Akutverfahren Ina Wiegard-Szramek, Essen Die Aufgaben nephrologischer Pflegekräfte sind in den letzten 30 Jahren erheblich komplexer geworden. Während früher ganz im Vordergrund stand, die für die Hämodialyseverfahren erforderliche Medizintechnik zu beherrschen, ist heute die kompetente „Allround-Pflegekraft“ gefragt. Damit die Vielfalt der Behandlungsoptionen im Bereich der Dialyseverfahren genutzt werden kann, benötigen Pflegekräfte eine hohe Fachkompetenz. Dies gilt auch, wenn die Peritonealdialyse als Akutverfahren eingesetzt werden soll. CONFERENCES In Deutschland werden für die Akutdialyse bei Erwachsenen bisher fast ausschließlich Hämodialyse- oder Filtrationsverfahren eingesetzt. Hierbei wird nicht beachtet, dass die Peritonealdialyse (PD) durchaus für eine akute Nierenersatz therapie geeignet ist [1]. Voraussetzung dafür, dass die PD als Akutverfahren genutzt werden kann, ist die gute Zusammenarbeit zwischen Nephrologen, Chirurgen und nephrologischem Fachpflegepersonal. Bei der Anlage des PD-Katheters muss das Peritoneum wieder dicht verschlossen werden, damit direkt postoperativ mit der Peritonealdialyse begonnen werden kann. Zusätzlich ist intraoperativ zu überprüfen, dass Ein- und Auslauf des Dialysates problemlos funktionieren. Um dies sicherzustellen, hat es sich bewährt, dass Nephrologe und nephrologische Pflegekraft an der Implantation des PD- Katheters teilnehmen. Bei einem entsprechenden Vorgehen kann die Peritonealdialyse direkt postoperativ mit Beutelwechseln oder automatisierter PD mittels Cycler und kleinen Füllvolumen begonnen werden. Dialyse regime, Zusammensetzung des 24

EINE GUTE ENTSCHEIDUNG Dialysats und Füllvolumen werden entsprechend des Zustands des Patienten tagesaktuell angepasst. Patienten, die akut mit der Peritonealdialyse behandelt werden, bedürfen auch engmaschiger Kontrollen von Nierenwerten, Kt/V, Kreatinin-Clearance, Serumelektrolyten, Säure-Basen-Status, Volumenbilanz inklusive Bestimmung der Restdiurese, um durch Anpassung des Dialyseregimes eine optimale individuelle Behandlung zu erreichen. In folgenden Situationen kann die Peritonealdialyse erfolgreich als Akutverfahren eingesetzt werden: Ungeplanter Start der Dialysebehandlung Ina Wiegard-Szramek ina.wiegard@nephro-fachverband.de Für die akute Hämodialysebehandlung ist ein zentralvenöser Katheter erforderlich. Diese Katheter beinhalten ein relativ hohes Infektionsrisiko. Tritt eine Kathetersepsis auf, steigt die Mortalität der Patienten sowohl in der Akutphase als auch im Langzeitverlauf. Es gibt Hinweise, dass bei einem ungeplanten Dialysestart mittels Peritonealdialyse Bakteriämien seltener auftreten und die Mortalität der Patienten zumindest in den ersten Monaten nach Behandlungsbeginn geringer ist als unter einem extrakorporalen Nierenersatzverfahren [2]. Therapierefraktäres kardiorenales Syndrom, Bridging bis zur Herztransplantation Wenn bei herzinsuffizienten Patienten trotz einer leitliniengerechten, optimalen medikamentösen Therapie eine symptomatische Hypervolämie besteht, sie wegen kardialer Dekompensation häufig rezidivierend (≥2 x in 6 Monaten) hospitalisiert werden müssen sowie eine Niereninsuffizienz im Stadium ≥4 (eGFR

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