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Leseprobe CONNEXI Nephrologie Dialyse Transplantation Ausgabe 1-2020

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WO STEHEN WIR

WO STEHEN WIR 2020? Personalisierte Medizin Urbaner Raum Individuale Diagnostik und Therapie Hochqualitative Zentren und Anbieterüberschuss Zugang zu versorgungsgerechten Gesundheitsleistungen Big Data Telemedizin & Vernetzung Versorgungsnetzwerke und telematische Anbindung Solidarprinzip Ruraler Raum Abbildung 2: Digitale Medizin als Brücke. CONFERENCES Problem, dass die Qualität der Medizin, wie sie in Einzelpersonen in der Vergangenheit entwickelt war, zunehmend schwieriger zu erzielen ist. Dazu kommt, dass neben dem klassischen analytischen Vorgehen mit Evidenzgenerierung als Grundlage für Entscheidungen in der Medizin bis heute ein intuitives Vorgehen notwendig ist, da große Bereiche der Medizin nicht mit harten Evidenzen belegt sind, Erfahrung oft wesentlich ist für klinische Entscheidungen und dies wiederum eines gewissen Übungsaufwands und zeitlicher Präsenz bedarf [3]. Es gibt theoretische Ansätze, dass dieses Segment, welches sich qualitativ schlecht entwickelt, durch Algorithmen aus Big-Data-Ansätzen teilweise oder ganz substituiert werden könnte. Neben der Diagnostik ist die Therapie ein Feld, welches auch in der Nephrologie durch Digitalisierung Veränderungen unterworfen sein wird. In einem Cochrane-Review aus dem Jahr 2019 wurden eHealth-Interventionen bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung untersucht [4]. Für Mortalität fand sich durch entsprechende Interventionen eine Reduktion, allerdings war der Signifikanzlevel mit „sehr niedrig“ zwar gegeben, aber nicht sehr eindrücklich. Dazu gab es Interventionen zur Gewichtszunahme; hier war die Evidenz aus vier randomisiert kontrollierten Studien niedrig (aber auch vorhanden) und ebenfalls für die Kochsalzaufnahme (zwei randomisierte kontrollierte Studien). Der Ansatz Telemedizin Dazu kommt, dass die medizinischen Versorgungsnetzwerke, gerade auch in der Nephrologie, weltweit sehr heterogen sind. Es gibt viele Länder, in denen beispielsweise die Peritonealdialyse kaum angeboten wird. Eine Möglichkeit ist, über telemedizinische Anbindung Expertise vor Ort vorzuhalten [5]. Diese Ansätze sind jedoch aktuell nicht flächendeckend in den jeweiligen Gesundheitssystemen etabliert. Einzelne Firmen oder Dialyseanbieter haben hier proprietäre Lösungen entwickelt. In den USA hat die Nationale Nierenvereinigung (National Kidney Foundation) zum Thema 32

WO STEHEN WIR 2020? (Big Data) und Algorithmen zu entwickeln. Auch die Nephrologie ist aufgerufen, sich in diesen Feldern aktiv einzubringen und für ihre Problemstellungen entsprechende Lösungen zu erarbeiten. Prof. Dr. med. Mark Dominik Alscher dominik.alscher@rbk.de der Heimdialyse eigene Konferenzen aufgelegt [6]. Eine Executive Order des Präsidenten mit ähnlichem Inhalt kommt dazu. Der Stellenwert der telemedizinischen Anbindung wird sehr hoch eingeschätzt. Auch in Deutschland gibt es in nephrologischen Versorgungsnetzwerken entsprechende Ansätze. Zu nennen wäre beispielsweise das NephroTeTe Konsortium. Referenzen 1. Califf RM. Improving clinical outcomes in the era of information ubiquity. J Am Soc Nephrol 2019; 30: 7–12. 2. Sim I. Two ways of knowing: big data and evidence-based medicine. Ann Intern Med 2016; 164: 562–3. 3. Alscher MD. [Generation Y and the quality of internal medicine – are there any solutions for a serious dilemma?]. Dtsch Med Wochenschr 2015; 140: 1693–5. 4. Stevenson JK, Campbell ZC, Webster AC et al. eHealth interventions for people with chronic kidney disease. Cochrane Database Syst Rev 2019; 8: CD012379. 5. Wallace EL, Rosner MH, Alscher MD et al. Remote patient management for home dialysis patients. Kidney Int Rep 2017; 2: 1009–17. 6. Chan CT, Wallace E, Golper TA et al. Exploring barriers and potential solutions in home dialysis: an NKF-KDOQI conference outcomes report. Am J Kidney Dis 2019; 73: 363–71. 7. UN (2019) World Urbanization Prospects – Population Division - United Nations. In: United Nations. https:// population.un.org/wup/ [Letzter Zugriff 6 Sep. 2019]. 8. UN Department of Economics and Social Affairs (2015) World Population Prospects – Population Division - United Nations. In: Int. J. Logist. Manag. https://population. un.org/wpp/. [Letzter Zugriff 6 Sep. 2019]. Fazit Fasst man diese Entwicklung zusammen, so kann davon ausgegangen werden, dass Digitalisierungstrends die Versorgungskonzepte auch in der Nephrologie maßgeblich beeinflussen werden. Eine Verlagerung der Dialyse beispielsweise in häusliche Strukturen wird dadurch sicher gefördert werden. Dazu kommt die Anbietung der nephrologischen Expertise über telemedizinische Netzwerke auch in Regionen und Krankenhäusern, welche dies aktuell nicht vorhalten. Ein weiterer Aspekt ist die Generierung großer Datenbanken, um damit Analysen zu fahren Prof. Dr. med. Mark Dominik Alscher Medizinischer Geschäftsführer Robert-Bosch-Krankenhaus Auerbachstraße 110, 70376 Stuttgart CONFERENCES 33

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