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Leseprobe CONNEXIPLUS 2020-6 Kardiorenale Achse

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KARDIALE MRT Blick ins

KARDIALE MRT Blick ins Herz Daniel Lavall, Leipzig © Uniklinikum Leipzig Die kardiale Magnetresonanztomographie (MRT) hat in den letzten Jahren erhebliche Bedeutung in der Diagnostik kardialer Erkrankungen gewonnen. Durch den hohen Blut-Gewebe-Kontrast ist die kardiale MRT der Goldstandard zur Messung der Herzvolumina und der linksventrikulären Ejektionsfraktion. Daneben ist das Alleinstellungsmerkmal der kardialen MRT die nichtinvasive Gewebecharakterisierung des Myokards. connexiplus Die Gewebe-Visualisierung erlaubt die Darstellung der myokardialen Perfusion, was zur nichtinvasiven Ischämiediagnostik bei koronarer Herzkrankheit genutzt wird. Mit der Gewebecharakterisierung des Herzmuskels anhand des Kontrastmittel-Verhaltens sowie mittels moderner Mapping-Techniken (longitudinales und transversales Relaxationsverhalten) können akute entzündliche Veränderungen im Myokard, z. B. Myokarditis, als auch chronische nichtentzündliche Veränderungen, z. B. hypertrophe Kardiomyopathie oder myokardiale Speichererkrankungen, diagnostiziert werden. Im Folgenden werden einige exemplarische Beispiele zum Einsatz der kardialen MRT präsentiert. 12

Abbildung 1: Akute Myokarditis Typische MRT-Befunde bei akuter Myokarditis. Dargestellt sind mittventrikuläre Kurzachsenschnitte des linken Ventrikels. A: Farbcodiertes T1-Mapping mit erhöhten Werten antero-/inferolateral (orange/gelb, rote Pfeile) als Zeichen regionaler Inflammation des Myokards im Vergleich zu normalen T1-Werten im interventrikulären Septum (lila, weißer Stern). B: Farbcodiertes T2-Mapping mit erhöhten Werten antero-/inferolateral (orange/gelb, rote Pfeile) als Zeichen des myokardialen Ödems im Vergleich zu normalen T2-Werten im interventrikulären Septum (lila, weißer Stern). C: Late Gadolinium Enhancement (LGE) antero-/inferolateral (weiß, rote Pfeile) als Zeichen myokardialer Nekrose im Vergleich zum interventrikulären Septum ohne LGE (schwarz, weißer Stern). Myokarditis Die akute Myokarditis ist eine entzündliche Erkrankung des Myokards, die meist viral verursacht ist. Bei Patienten mit Thoraxschmerzen und erhöhten kardialen Biomarkern, die in der Koronarangiographie keine relevanten Stenosen aufweisen, ist die Myokarditis eine wichtige Differen zialdiagnose. Typische diagnostische Befunde in der kardialen MRT sind hierbei Inflammation (T1-gewichtete Sequenzen, Abbildung 1A), myokardiales Ödem (T2-Sequenzen, Abbildung 1B) und myokardiale Nekrose (Late Gadolinium Enhance ment, Abbildung 1C) [1]. Die Ausprägung dieser Befunde ist von prognostischer Bedeutung. Auch bei Patienten mit durchgemachter COVID-19-Erkrankung finden sich in einem hohen Prozentsatz (bis zu 78 %) Zeichen einer myokardialen Entzündungsreaktion [2]. Koronare Herzkrankheit Abbildung 2: Ischämiediagnostik bei V. a. koronare Herzkrankheit Dargestellt sind mittventrikuläre Kurzachsenschnitte des linken Ventrikels. A: nach Vasodilatation mit Regadenoson (Stressperfusion) zeigen first-pass Aufnahmen eine fehlende Kontrastmittelanflutung (Gadolinium) im inferolateralen linksventrikulären Myokard (dunkel, roter Pfeil) im Vergleich zum übrigen Myokard (hell). B: in der Ruheperfusionsmessung nach Abklingen der Vasodilatation zeigt sich eine normale Kontrastmittelanflutung inferolateral (roter Pfeil, gleich dem übrigen Myokard). C: Fehlendes Late Gadolinium Enhancement (LGE) im gesamten linksventrikulären Myokard (homogen schwarz), insbesondere inferolateral (roter Pfeil), d. h. es sind bisher keine myokardialen Narben entstanden. Zusammenfassend zeigen die Befunde eine inferolaterale myokardiale Ischämie bei vitalem Myokard. Die Koronarangiographie (D−E) zeigte einen Verschluss des Ramus circumflexus (D, roter Pfeil), der mittels Stentimplantation erfolgreich revaskularisiert wurde (E, roter Pfeil). Bei V. a. auf koronare Herzkrankheit (KHK), z. B. aufgrund belastungsabhängiger Angina pectoris, wird bei den meisten Patienten eine nichtinvasive Ischämiediagnostik empfohlen. Hierbei kann mittels kardialer MRT die Kontrastmittelanflutung im Myokard nach Induktion einer koronaren Vasodilatation (Stress-MRT), z. B. durch Adenosin oder Regadenoson, direkt dargestellt und beurteilt werden. Eine Perfusionsstörung in der Stressuntersuchung bei unauffälliger Ruheperfusion entspricht einer induzierbaren Ischämie und stellt das Korrelat einer stenosierenden KHK dar (Abbildung 2). Eine koronare Revaskularisierungsstrategie nur bei pathologischem Stress-MRT erwies sich als gleichwertig zur invasiven Druckdrahtmessung connexiplus 13

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