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Leseprobe CONNEXIPLUS 2020-6 Kardiorenale Achse

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NEUE DIGITALE WELT

NEUE DIGITALE WELT Einblicke in die Zukunftswerkstatt der „Künstlichen Intelligenz“ Teil 3 connexiplus KI Auf den folgenden Seiten setzen wir unsere neue Beitragsserie zum Thema „Künstliche Intelligenz“ mit Fokus insbesondere auf medizinisch interdisziplinäre Bereiche fort. In ihrem Beitrag stellen Dr. med. Tobias Gantner, Gründer der HealthCare Futurists GmbH Köln, und Dr.-Ing. Christian Kauth, HealthCare Futurists GmbH, Zürich, eigene Ansätze und Projekte im Einzugsgebiet aus Big Data, Machine Learning und Künstliche Intelligenz im Medizinbereich vor: Digitale Medizin ist, wenn der Internist zur Schnittstelle wird und der Chirurg die Nahtlosigkeit nicht fürchtet. In einer weiteren connexiplus-Ausgabe wenden sie sich einer Herausforderung aus dem Leserkreis zu und versuchen diese exemplarisch mit den vorher erläuterten Methoden zu lösen. Sie bitten darum, dass Sie als Leserinnen und Leser Fragestellungen aus Ihrem täglichen Umgang mit Daten einsenden, die die Autoren mit einer KI bearbeiten können. Reichen Sie gern per E-Mail an Dr. Gantner Ihre ganz persönliche Wunsch-KI ein: E-Mail: tobias.gantner@healthcarefuturists.com Dr. med. Tobias Gantner ist Arzt und Unternehmer. Der studierte Ökonom, Jurist und Philosoph ist Gründer und Geschäftsführer der Health­ Care Futurists GmbH, einem Netzwerk von innovativen Unternehmen, Think-Tank und Make-Tank. Als Mediziner, Entrepreneur und Zukunftsgestalter ist der mehrfach ausgezeichnete frühere Chirurg mit Führungserfahrung bei DAX-Konzernen ein gefragter Gesprächs- und Umsetzungspartner bei Produktneuentwicklungen. Er ist Vortragender zu den Themen der digitalen Transformation des Gesundheitswesens und gegenwärtig besonders engagiert auf dem Gebiet der Technikfolgeabschätzung, Patientenbeteiligung und der Demokratisierung des Gesundheitswesens. tobias.gantner@healthcarefuturists.com Dr.-Ing. Christian Kauth ist ein kreativer Technologe im Gesundheitswesen. Nachdem er das Winzige erforscht (Elektronik für Nanosensoren) und das Große entwickelt hat (Software-Ingenieur bei Microsoft), kümmert er sich um das Gesunde (Algorithmen für medizinische Geräte) und macht es sich zur Aufgabe, Technologien zu demokratisieren, die das Potenzial haben, viele unserer alltäglichen Probleme und Sorgen zu lösen. Er tut dies als CEO der HealthCare Futurists Schweiz, als Freiberufler Kauthentech sowie als Dozent an der Universität Fribourg. christian.kauth@healthcarefuturists.com ©Kiyoshi Takahase Segundo/Alamy Stock Foto 46

BIG DATA, MACHINE LEARNING UND KI Daten. Können. Heilen. Tobias D. Gantner, Köln und Christian Kauth, Fribourg Zukünfte gibt es so viele, wie es Köpfe gibt, in denen Ideen über eine Zeit nach der Gegenwart entstehen können. Möglicherweise gibt es neuerdings sogar noch mehr, denn sobald wir anfangen auch Maschinen über die Zukunft nachdenken zu lassen, vergrößert sich die Anzahl an möglichen Szenarien, auf die wir uns aus- und in denen wir uns einrichten könnten. Maschinen komponieren Musik, weben Texte und machen bereits allerlei Vorhersagen über nähere und fernere Zeiten. Man denke an den Wetterbericht oder das Börsengeschehen. Die darunter liegende künstliche Intelligenz durchdringt immer mehr Bereiche unseres zukünftigen Lebens. Haben sich die Wissenschafts- und Wirtschaftspioniere früherer Epochen mit Dampf oder Strom die Zeit vertrieben, darum herum Technologie ersonnen und versucht deren Folgen abzuschätzen, ist es heute die künstliche Intelligenz, die große Veränderungen bringen wird. Vieles von dem, was seinerzeit von Ingenieuren erdacht und von Autoren als zu unserem zukünftigen Leben gehörig beschrieben und gezeichnet wurde, trat zum Zeitpunkt der vermeintlichen Erfüllung noch Am Baum der Vorher sagen über die Zukunft gibt es viele Blüten, aber wenig Früchte. nicht ein. Dazu gehören beispielsweise Klaus Bürgles Autoschienenbahnen (http://klausbuergle.de/ buergle_verkehr1.htm), die er für das Jahr 2000 vorhersagte. An manchem arbeitet die Menschheit schon etwas länger, wie z. B. an der Personenrohrpost, die mit dem Hyperloop (https://virginhyperloop.com/) schon nahe an einer massentauglichen Umsetzung ist, jedoch mit einer Verzögerung von mehr als 70 Jahren. Und anderes ist bereits heute in unseren Alltag integriert, ohne dass wir besondere Notiz davon nehmen. Dazu gehört das Touchpad, das seine Erfindung den Startrek-Filmen der 1960er- und 1980er-Jahre zu verdanken hat. Am Baum der Vorhersagen über die Zukunft gibt es bekanntermaßen viele Blüten, aber wenig Früchte. Das Bessere ist der Feind des Guten Wer also die Zukunft beschreiben möchte, verankere seine Thesen am besten in der Vergangenheit und in dem, was seither als statisch, stabil, gereift und gut abgehangen in den Gewölben der Geschichte gilt. Die conditio humana und die Frage nach dem Nutzen gehören allemal dazu, denn häufig geht es nicht um den Mangel an Technologie, sondern um Angst vor Veränderung und Verlust, die einer Innovation entgegenstehen. Das Bessere ist bekanntlich der Feind des Guten. Man stütze die Zukunft ferner mit der Gegenwart und dem, was sich auf der Stabilität der Erfahrung und dem Abschliff durch Anwendung über die Zeit entwickelt hat. Common Sense könnte man das nennen, denn auch der Mensch der Zukunft ist erst einmal ein Mensch mit ebensolchen Bedürfnissen. Und dann lasse man der gedachten Zukunft die Freiheit, mit Neugierde, curiositas humana, ihren Lauf zu nehmen, in einem luftigen Möglichkeitsraum, den man besser hier und da mit intellektuellen Leitplanken sichere, so dass niemand stürze und sich eine Querdenkerlähmung hole. Vorhersagen sind ja bekanntermaßen schwer. Vor allem, wenn sie sich auf die Zukunft beziehen. Und da wir über etwas nach-denken, was eigentlich vor uns liegt, ist ein Futurist möglicherweise auch nur ein nach connexiplus KI 47

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