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Leseprobe CONNEXI 2020-3 Infektiologie

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CONFERENCES Dr. med.

CONFERENCES Dr. med. Benjamin T. Schleenvoigt benjamin.schleenvoigt@med.uni-jena.de zu 28 % an der Einschätzung, dass das Pneumokokken-Infektionsrisiko für den Patienten nur gering ist. Bemerkenswerterweise gaben 70 % der Befragten an, diese Impfempfehlung vergessen zu haben [5]. Zur Impfprävention bei primären Immundefekten, HIV-Infektion, Autoimmunerkrankungen, chronisch entzündlichen Erkrankungen und unter immunmodulatorischer Therapie stehen bereits detaillierte Anwendungshinweise zur Verfügung. Zum Vorgehen bei hämatoonkologischen Patienten, bei Organtransplantation sowie bei Asplenie folgt in Kürze eine weitere Übersichtsarbeit [6]. Praktische Umsetzung der STIKO-Impfempfehlungen Die Einschätzung der individuellen Immundefizienz kann anhand der zur Verfügung stehenden Literatur mit einer Einteilung in drei Schweregrade vorgenommen werden [7, 8]. Grad I umfasst Patienten ohne relevante ISP, bei denen auch die Anwendung von Lebendimpfstoff möglich ist. Dies sind z. B. Patienten mit gut eingestelltem Dia betes mellitus, HIV-Infektion mit gutem zellulärem Immunsystem (CD4 >500/µl) oder Autoimmunerkrankungen wie Rheumatoider Arthritis (RA), systemischem Lupus erythematodes (SLE) oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) ohne zusätzliche immunsuppressive Medikation. Grad II umfasst Patienten mit mittelgradiger ISP, bei denen die Anwendung von Lebendimpfstoffen nach Nutzen-Risiko-Überlegungen abgewogen werden sollte. Dies sind z. B. Patienten mit fortgeschrittenem Diabetes mellitus, chronischen Leberoder Nierenerkrankungen, HIV-Infektion mit eingeschränktem zellulärem Immunsystem (CD4 200–499/µl) oder Immunsupressiva mit geringgradiger immunsupressiver Wirkung in niedriger Dosierung, d. h. bei Patienten mit niedrigdosierter Kortisonbehandlung (

IMPFEN BEI IMMUNSUPPRESSION Tabelle 1: Impfschema vor Immunsuppression (ISP) – Vorschlag für den zeitlichen Ablauf (off label) Erstvorstellung 1. Impftermin 2. Impftermin nach vier Wochen 3. Impftermin nach acht Wochen • Abschätzung der Schwere der geplanten ISP • Sichtung der Vorimpfungen im Impfpass • Ggf. vorab Titerbestimmung: VZV*, MMR*, Anti-Hbs**, Tetanus, Diphtherie** • Wenn Titer unzureichend, ggf. MMR-Lebendimpfstoff (Priorix® oder M-M-RVAXPRO® s.c.) • Wenn Titer unzureichend, ggf. VZV-Lebendimpfstoff (Varivax® oder Varilrix® s.c.) • Wenn VZV-IgG vorhanden, ggf. Zoster-Impfung mit Totimpfstoff Shingrix® (bei Pat.

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