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Leseprobe CONNEXI-2021-02 AIDS COVID-19 Infektiologie

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Magazin über Gesundheit, Medizin, Therapien

VIELVERSPRECHENDE

VIELVERSPRECHENDE COVID-19-THERAPIE ENTWICKELT Direkter Angriff des Virus-Genoms CONFERENCES News Ein internationales Team von Wissenschaftlern des Menzies Health Institute Queensland (MHIQ) an der Griffith University und City of Hope, einem Forschungs- und Behandlungszentrum für Krebs, Diabetes und andere lebensbedrohliche Krankheiten in den USA, hat eine experimentelle direkt wirkende antivirale siRNA Therapie zur Behandlung von COVID-19 entwickelt. Der antivirale Ansatz der nächsten Virostatika- Generation verwendet eine gene-silencing RNA- Technologie namens siRNA (small-interfering RNA). Damit wird das Genom des Virus direkt angegriffen, wodurch die Virusreplikation verhindert wird. Um die siRNA in die Lunge zu bringen, wurden an der © mauritius images/Science Source Griffith University und City of Hope Lipid-Nanopartikel entwickelt, die diese speziellen RNA-Moleküle transportieren. „Die Behandlung mit virusspezifischer siRNA reduziert die Viruslast um 99,9 %. Diese getarnten Nanopartikel können an eine Vielzahl von Lungenzellen abgegeben werden und virale Gene zum Schweigen bringen. Sie sind relativ kostengünstig in großen Mengen zu produzieren“, erklärt der Co-Forscher Professor Nigel McMillan vom MHIQ. Professor Kevin Morris, Co-Leitforscher von City of Hope und der Griffith University, erläutert: „Diese Behandlung ist so konzipiert, dass sie bei allen Betacoronaviren wie dem ursprünglichen SARS-Virus (SARS-CoV-1) sowie SARS-CoV-2 und allen neuen Varianten, die in der Zukunft entstehen könnten, funktioniert, weil sie auf ultrakonservierte Regionen im Genom des Virus abzielt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass siRNA-Nanopartikel-Rezepturen als Therapie zur Behandlung von COVID-19-Patienten eingesetzt und auch bei zukünftigen Coronavirusinfektionen Anwendung finden können.“ „Wir haben auch gezeigt, dass diese Nanopartikel bei 4 °C für zwölf Monate und bei Raumtemperatur für mehr als einen Monat stabil sind, was bedeutet, dass dieses Mittel in ressourcen armen Umgebungen zur Behandlung von infizierten Patienten eingesetzt werden könnte“, ergänzte Professor McMillan. Das Forschungsprojekt wurde in Molecular Therapy veröffentlicht. Weitere Informationen: Sabine Ranke-Heinemann Institut Ranke-Heinemann/Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund; info@ranke-heinemann.de, www.ranke-heinemann.de Originalpublikation: https://www.cell.com/molecular-therapy-family/molecular-therapy/fulltext/S1525-0... Quelle: idw Pressemitteilung vom 24.05.2021 38

STUDIEN ZU „LONG COVID“ Bonner Forschende suchen nach Auffälligkeiten im Blut Bonner Wissenschaftler wollen im Blut nach Ursachen für das Long-COVID-Phänomen suchen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert dazu zwei Projekte unter Federführung des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE) mit insgesamt rund 500.000 Euro. Darüber hinaus ist das DZNE an einem Forschungsprojekt beteiligt, das sich mit Anzeichen für Neurodegeneration bei Long COVID befasst. Schätzungen zufolge ist ungefähr jede zehnte Person, die eine Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht hat, von Spätfolgen wie chronische Erschöpfung, Kurzatmigkeit und Gedächtnisstörungen betroffen. „Long COVID ist ein drängendes Problem und wir wissen noch wenig über dessen Ursachen. Das macht eine effektive Behandlung schwierig“, sagt Prof. Joachim Schultze, Direktor für Systemmedizin am DZNE. Im Rahmen der geförderten Projekte, bei denen das DZNE mit der Universität Bonn und weiteren Partnern kooperiert, will ein Forschungsteam um Schultze daher das Blut von Menschen mit Long COVID auf Auffälligkeiten prüfen. Mit modernsten Methoden der Genomforschung sollen die weißen Blutkörperchen untersucht und deren Transkriptome, d. h. molekulare Fingerabdrücke, die die Genaktivität und damit den Zustand und die Funktion von Zellen widerspiegeln, analysiert werden. „Je nachdem, ob das Immunsystem während der akuten Phase einer Coronainfektion schwach reagiert, angemessen oder sogar überreagiert, verläuft eine COVID-19-Erkrankung mehr oder weniger schwerwiegend“, so Schultze. „Wir vermuten, dass bei Menschen mit Long COVID das Immunsystem durch die vorangegangene Infektion dauerhaft gestört wurde und dass dieser Zustand die gesundheitlichen Beschwerden zumindest mit verursacht.“ Die Bonner Forschenden werden daher nach Besonderheiten im Immunstatus von Menschen mit Long COVID und nach genetischen Risikofaktoren suchen. Dank der bundesweiten Mitwirkung diverser Forschungspartner – darunter Mitglieder der „German COVID-19 OMICS Initiative“ (DeCOI) – werden Daten aus mehreren Studiengruppen und damit zahlreicher Patienten in die Analysen einfließen. „Für unsere neuen Studien müssen wir nicht bei Null anfangen, sondern profitieren von unseren Erfahrungen und der bewährten Zusammenarbeit mit vielen wissenschaftlichen Partnern“, so Schultze. Suche nach Nervenschäden Für ein umfassendenderes Verständnis von Long COVID verfolgt das DZNE noch weitere Wege: Für das Forschungsvorhaben COVIMMUNE des Universitätsklinikums und der Universität Bonn, das verschiedene Aspekte von Long COVID abdeckt, stellt das DZNE Technologie zur Erkennung von Nervenschäden bereit. „Wenn Nervenzellen des Gehirns geschädigt werden oder gar absterben, können Überreste des Zellgerüsts in die Blutbahn gelangen. Wir werden in Blutproben von Patientengruppen mit einer speziellen Technik nach diesen Neurofilamenten suchen. Ihr Vorkommen kann auf neurodegenerative Prozesse hinweisen“, so Prof. Michael Heneka, Direktor der Klinik für Neurodegenerative Erkrankungen und Gerontopsychiatrie des Universitätsklinikums Bonn und Forschungsgruppenleiter am DZNE. „Es gibt den Verdacht, dass COVID-19 das Risiko vergrößert, langfristig eine neurodegenerative Erkrankung zu entwickeln, insbesondere eine Alzheimer-Erkrankung. Studien über die Spätfolgen einer Coronainfektion sind wichtig, um feststellen zu können, ob in der Tat ein erhöhtes Risiko für Neurodegeneration besteht.“ Quelle: DZNE Pressemitteilung vom 21.05.2021 CONFERENCES News 39

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