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Leseprobe CONNEXI AIDS Hepatitis Ausgabe 6-2019

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medizinisches Magazin über AIDS und Hepatitis für Fachärzte, Retrospektive vom Deutsch-Österreichischen AIDS Kongress DOEAK 2019 und der Münchner AIDS und Hepatitis Werkstatt 2019

HIV-SELBSTTESTS IN

HIV-SELBSTTESTS IN DEUTSCHLAND CONFERENCES im ersten Quartal 2019 sind nicht schlecht. Vor allem, wenn man sich klarmacht, dass dies weitgehend zusätzliche HIV-Tests sind. In Gesundheitsämtern und Aidshilfen konnte jedenfalls kein Rückgang der Nachfrage nach HIV-Tests festgestellt werden. • Der HIV-Selbsttest ist sicher! Dem Paul-Ehrlich-Institut wurden seit Oktober 2018 lediglich drei Anwendungsprobleme gemeldet, bei der Hotline des Exacto HIV-Selbsttests gingen zehn Anrufe ein. Von den anderen beiden HIV-Selbsttests liegen keine Informationen dazu vor. Bei der Telefon- und Onlineberatung der Deutschen Aidshilfe, die bei allen drei HIV-Selbsttests als Beratungs-Hotline angegeben ist, gab es insgesamt 424 Anfragen, die sich allerdings selten um Anwendungsprobleme drehten. Hier standen Fragen nach Bezugsquellen, der Zuverlässigkeit und dem diagnostischen Fenster (wie lange nach einem Risiko ist das Testergebnis sicher?) im Vordergrund. • Der HIV-Selbsttest führt nicht zu psychischen Krisen! Jedenfalls wurden weder in der Telefon- und Onlineberatung der Deutschen Aidshilfe, noch in lokalen Aidshilfen solche Krisen bekannt. Das bedeutet natürlich nicht, dass niemand nach einem reaktiven HIV-Selbsttest damit Probleme hatte. Aber offenbar waren diese Probleme lösbar ohne die Hilfe von Aidshilfen. • Der HIV Selbsttest erweitert HIV-Testangebot in Deutschland! Schon immer war es in Deutschland leicht, bei Gesundheitsämtern oder Aidshilfen anonyme HIV- Tests zu machen, oft sogar kostenlos. Auch viele Arztpraxen bieten HIV-Tests an. Trotzdem werden immer noch viele HIV-Infektionen spät diagnostiziert. Die Gründe dafür sind vielfältig. Ein Grund ist sicher auch, dass die bisherigen Testangebote immer mit einem persönlichen Kontakt bzw. einer persönlichen Beratung verbunden waren. Mit dem HIV-Selbsttest steht nun eine sehr diskrete HIV- Michael Tappe Michael.tappe@dah.aidshilfe.de Testmöglichkeit zur Verfügung, die quasi ganz ohne persönlichen Kontakt auskommt. Das scheint für viele Menschen ein wichtiges Kriterium zu sein. Vielen Aidshilfen, die bislang aufgrund der hohen Anforderungen an HIV-Schnelltestangebote (alles unter ärztlicher Aufsicht) kein eigenes Testangebot vorhalten können, bietet der HIV-Selbsttest nun diese Möglichkeit. Viele Menschen, die in Aidshilfen einen HIV-Selbsttest kaufen, wollen ihn auch gleich dort durchführen. Sie fühlen sich sicherer, wenn jemand dabei ist. Assistierte Selbsttests werden nun von vielen Aidshilfen angeboten. Wobei „Assistieren“ bedeutet, dabei sein, begleiten, aber nicht „Hand anlegen“. Viele Aidshilfen, die in ihren Checkpoints schon länger HIV- und STI-Tests anbieten, können dies nun auch, wenn keine ärztliche Aufsicht da ist. Und alle, die noch nie HIV-Tests anbieten konnten, können dies nun tun. Michael Tappe Projektkoordinator Checkpoints, Deutsche Aidshilfe Wilhelmstraße 138, 10963 Berlin 28

S.A.M MEIN HEIMTEST Einsendetest für HIV, Syphilis, Gonokokken und Chlamydien Christopher Knoll, Kathrin Maria Dymek, München Sexuell übertragbare Erkrankungen werden häufig nicht oder erst spät erkannt und sind dann umso schwieriger zu behandeln oder auszuheilen mit einem hohen Risiko für Langzeit-Folgeschäden. S.A.M Mein Heimtest greift die berechtigte politische Forderung auf, niederschwellige Testangebote für Hauptbedarfsgruppen und junge Menschen zu entwickeln (Strategiepapier des Bundesministeriums für Gesundheit) und geht auf die Bedürfnisse von Menschen ein, die von regelmäßigen STI-Tests profitieren würden. S.A.M soll es Menschen erleichtern, sich regelmäßig auf vier der wichtigsten sexuell übertragbaren Infektionen zu testen. S.A.M bietet Testkits für 32 Euro an, die den Klientinnen und Klienten alle drei, sechs oder zwölf Monate zugeschickt werden. Die Proben werden selbstständig entnommen und in einem vorfrankierten Umschlag an unser Partnerlabor gesendet. S.A.M wurde nach den Bedürfnissen der Hauptbedarfsgruppen konzipiert: einfach, diskret und absolut vertraulich. Im Rahmen eines Vorprojekts wurde das Konzept gemeinsam mit zukünftigen Nutzerinnen und Nutzern (MSM, Menschen aus ländlichen Gebieten, jungen Menschen) und Ärzten getestet, optimiert und weiterentwickelt. CONFERENCES 29

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