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Leseprobe CONNEXI AIDS Hepatitis Ausgabe 6-2019

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medizinisches Magazin über AIDS und Hepatitis für Fachärzte, Retrospektive vom Deutsch-Österreichischen AIDS Kongress DOEAK 2019 und der Münchner AIDS und Hepatitis Werkstatt 2019

S.A.M MEIN HEIMTEST Wie

S.A.M MEIN HEIMTEST Wie funktioniert S.A.M EDUCATION Der/die Nutzer*in kann sich auf www.samtest. de für den Service registrieren. Benötigt wird eine Postadresse in Deutschland (das kann auch ein Alias-Namen und eine Packstation sein) und eine Mobilfunknummer, über die die Kommunikation zwischen S.A.M und dem/der Nutzer*in läuft. Voraussetzung für die Aktivierung des Abonnements ist ein einmaliger persönlicher Beratungskontakt in einer S.A.M-Partnerteststelle. So hat der/die Nutzer*in zukünftig auch eine Anlaufstelle, die bei Bedarf jederzeit aufgesucht werden kann. Im derzeit laufenden einjährigen Pilotprojekt in Bayern wird der Service von vier Partnerteststellen angeboten: Münchner Aids-Hilfe, Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum München (Sub), AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth und Aids- Beratungsstelle Oberpfalz in Regensburg. Zuhause entnimmt sich der/die Nutzer*in die Proben: Orale und rektale Abstriche, bei Frauen zusätzlich ein Vaginalabstrich, bei Männern eine Urinprobe, und für alle Zielgruppen eine Blutentnahme aus der Fingerkuppe (Video zur Blutentnahme und viele weitere Informationen auf www.samtest.de). Die Proben werden in den vorfrankierten Versandbeutel gegeben und abgeschickt. S.A.M testet auf HIV, Syphilis, Chlamydien und Gonokokken. Nach zwei bis maximal sieben Tagen erhält die Person die Ergebnisse: Sollten alle Tests negativ sein, wird diese Nachricht per SMS übermittelt. Im Falle eines oder mehrerer positiven oder reaktiven Testergebnisse wird die Person per SMS informiert, dass sie bei ihrem Testzentrum anrufen soll, um die Ergebnisse zu besprechen. Erfolgreicher Start Christopher Knoll christopher.knoll@muenchner-aidshilfe.de Kathrin Maria Dymek kathrin.m.dymek@viivhealthcare.com Die Interimsdaten des Pilotprojekts zeigen, dass S.A.M die gesetzten Ziele erreicht: einen erweiterten Zugang für Hauptbedarfsgruppen und eine Erhöhung der Diagnoserate. Bis heute haben sich bei dem Pilotprojekt bereits über 350 Nutzer*innen angemeldet. Die Diagnoseraten sind hoch: Chlamydien 6,8 %, Gonorrhoe (Tripper) 4,3 %, Syphilis 1,8 % und HIV 2,2 %. Der Test erreicht außerdem neue Zielgruppen: 51 % 30

S.A.M MEIN HEIMTEST der S.A.M-Nutzer gaben an, zuvor gar keine beziehungsweise nur sehr unregelmäßig Tests gemacht zu haben. Junge Menschen unter 35 Jahren machen bei den Nutzer*innen einen Anteil von 55 % aus, Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) 56 %. Bei 34 % handelt es sich um Personen aus strukturschwachen Gebieten und kleineren Städten. Insbesondere dort bietet der Heimtest praktische Vorteile, da Testangebote dort limitiert sind und Vertraulichkeit nicht immer gewährleistet ist beziehungsweise Ängste vor einem Bekanntwerden der Ergebnisse bestehen. Zeitproblemen. Mit S.A.M habe ich keine Ausrede mehr, die Tests nicht zu machen. Ich bekomme sie ja bequem nach Hause geliefert.“ „Einfache, unkomplizierte Methode um regelmäßig Auskunft über sich zu erhalten. Zugleich professioneller Aufbau der Website, Beratungsgespräch und des Test Kits.“ „Ich wohne eher ländlich und die Testangebote in der näheren Umgebung sind sehr begrenzt. Daher ist der S.A.M-Heimtest eine super Gelegenheit, mich regelmäßig unkompliziert testen zu lassen.“ Besonders in strukturschwachen Gebieten und kleineren Städten bietet der Heimtest praktische Vorteile . Diese Zahlen zeigen, dass das Angebot die Richtigen erreicht. S.A.M leistet damit einen wichtigen Beitrag, um die zu hohe Zahl nicht entdeckter Infektionen zu reduzieren. Die Nutzer*innen zeigen sich von dem neuen Testangebot begeistert: Stolze 98 % würden den Service einem Freund empfehlen und 80 % der Nutzer bleiben dem Angebot treu und beziehen den Test im Abonnement. Das begeisterte Feedback der Nutzer*innen macht deutlich, dass wir einen Service entwickelt haben, der die Menschen begeistert: „Ich möchte die Tests in Zukunft regelmäßig machen. Wenn ich dafür immer irgendwo hingehen muss, schiebe ich das nur auf. Sowohl wegen Schamgefühls als auch Wie geht es mit S.A.M weiter? Es steht bereits fest: In Bayern wird „S.A.M Mein Heimtest“ nach dem Ende der Pilotphase im August 2019 fortgesetzt. Darüber hinaus prüfen die S.A.M- Partner eine Ausweitung des Testangebots auf andere Regionen in Deutschland. Das Projekt S.A.M ist eine partnerschaftliche Innovation von ViiV Healthcare, Münchner Aids-Hilfe, Labor Lademannbogen und der Deutschen Aidshilfe. Dipl.-Psych. Christopher Knoll Psychosoziale Beratungsstelle der Münchner Aids-Hilfe e.V., Lindwurmstraße 71, 80337 München Kathrin Maria Dymek Head of Medical Advisor, ViiV Healthcare Prinzregentenplatz 9, 81675 München CONFERENCES 31

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