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Leseprobe CONNEXI AIds und Hepatitis Ausgabe 5-2018

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POST CONFERENCE WEBINAR BOSTON Rebound (%) CONFERENCES 100 80 60 40 20 0 0 20 Einsatz von Toll-like-Rezeptoren (TLR) in Kombination mit bnA Die aufsehenerregendste Präsentation zum Thema Heilung befasste sich mit dem Einsatz von Toll-like- Rezeptoren (TLR) in Kombination mit breit neutralisierenden Antikörpern (bnA). Im Rahmen dieser Grundlagenstudie wurden 44 Rhesusmakaken eine Woche nach Infizierung mit SHIV zwei Jahre p=0,001 Sham TLR7 PGT121 PGT121+TLR7 40 60 80 100 120 140 160 Tage nach Therapie Abbildung 1: Tierexperiment: Kombination von breit neutralisierenden Antikörpern (GS-9620) und einem TLR7-Agonisten (PGT 121). Zeit bis Virusanstieg nach Stopp. erfolgreich mit TDF/FTC/DTG behandelt. Anschließend erhielten elf Affen nach einem definierten Therapieschema zusätzlich den TLR7-Agonisten PGT121 als Infusion und zeitlich versetzt oral den breit neutralisierenden Antikörper GS-9620. Beide Substanzen wurden von Gilead Sciences entwickelt. Die anderen 33 Makaken erhielten in Elfer- Gruppen entweder die Einzelsubstanzen oder ein Placebo. Die ART wurde vier Monate nach Ende der experimentellen Therapie beendet. Erwartungsgemäß kam es in der Kontrollgruppe innerhalb von wenigen Wochen (im Mittel 21 Tage) zum Viruslastanstieg (Abb. 1). In den Gruppen, die mit den experimentellen Einzelsubstanzen behandelt wurden, war SHIV bei neun und zehn von jeweils elf Rhesusmakaken nach Absetzen der Therapie nachweisbar. In der Gruppe, die mit beiden Substanzen behandelt wurde, wurde bei sechs von elf Affen ein verzögerter Rebound, nämlich im Mittel erst nach 112 Tagen beobachtet, und bei fünf Rhesusmakaken war kein Virus innerhalb eines Beobachtungszeitraumes von fünf Monaten nachweisbar. Darüber hinaus konnten mittels adoptivem Transfer von PBMC und LNMC der „controller“ keine SHIV-negativen Makaken infiziert werden (Borducchi E #73LB). Therapieunterbrechungen Das Ziel einer funktionellen Heilung beinhaltet die Kontrolle der HI-Viruslast ohne ART. In der Vergangenheit kam immer wieder die Frage auf, ob analytische Therapieunterbrechungen, die oft einen Anstieg der Virämie zur Folge haben, ein Risiko für den Patienten darstellen und ethisch vertretbar sind. Mehrere Arbeitsgruppen haben sich auf der CROI entsprechend mit diesem Thema befasst und kamen zu einem einheitlichen Konsens: Kurzzeitige Therapieunterbrechungen haben wahrscheinlich keinen negativen Effekt auf Größe oder Zusammensetzung des zellulären HIV-Reservoirs (Clarridge K #334; Bar K #338, Strongin #335). Update Hepatitis C Christoph Boesecke, Bonn Der Hepatitis-Teil der diesjährigen CROI war im HCV-Bereich erneut dominiert von Daten zur akuten HCV-(AHC)-Koinfektion. Aus der europäischen akuten HCV-Kohorte PROBE- C haben wir dieses Jahr gelernt, dass eine spontane Ausheilung einer AHC bei HIV-Koinfektion nur in einer 16

POST CONFERENCE WEBINAR BOSTON 100 % 90 % 88,1 % 16 14 14,1 80 % 12 70 % 60 % 50 % 40 % % mit Reinfektion 10 8 6 30 % 20 % 10 % 0 11,9 % 55/464 Spontane Ausheilung 409/464 Persistierende Virämie 4 2 0 1,9 0,7 Alle IVDU MSM Abbildung 1: Natürlicher Verlauf der akuten HCV-Infektion. Abbildung 2: Prävalenz der HCV-Reinfektionen per Risikogruppe. Minderheit (hier maximal 12 %) aller Patienten zu erwarten ist (Abb. 1). Prädiktiv für eine spontane Ausheilung war der Abfall in der HCV-Viruslast von >2 log vier Wochen nach Diagnose (Boesecke C CROI 2018 #129). Dies unterstützt die aktuell geänderten Therapieleitlinien der europäischen AIDS-Gesellschaft (EACS), die vor dem Hintergrund weiterhin hoher Fallzahlen an akuter HCV bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), bereits zu einer frühen interferonfreien Therapie mit den direkt wirksamen antiviralen Medikamenten (DAA) raten, wenn eben dieser Viruslastabfall zu Woche vier ausbleibt. Die niederländische DAHHS-2-Studie hat gezeigt, dass die neueren, pangenotypischen DAA- Kombinationstherapien ebenfalls erfolgreich für nur acht Wochen bei der Behandlung der akuten HCV-Infektion eingesetzt werden können. In einer ersten Interimsanalyse war die Rate des dauerhaften virologischen Ansprechens (SVR) bei 63 mit Grazoprevir/Elbasvir behandelten Patienten 98 % (Boerekamps A CROI 2018 #128). Auch diese Daten stützen die aktuell geänderten Therapieleitlinien der EACS, die den Einsatz der DAA in der akuten HCV-Koinfektion analog zur Behandlung der chronischen HCV-Infektion ohne Leberzirrhose empfiehlt. Erwähnenswert ist, dass sich drei Patienten in dieser Studie bereits in der kurzen Nachbeobachtungszeit erneut mit HCV reinfiziert haben. Dies passt gut zu den aktuellen Daten aus der deutschen GECCO-Kohorte. Hier sind bei 2.074 HCV-Patienten insgesamt 41 Reinfektionen gesehen worden. Dabei entfielen 36 allein auf MSM (Abb. 2). Damit hatten MSM im Vergleich zu intravenösen Drogengebrauchern (IVDU) ein 20-fach höheres Risiko für eine HCV-Reinfektion (Ingiliz P CROI 2018 #612). Im klinischen Alltag ist daher bei MSM mit vorheriger HCV-Episode ein regelmäßiges Monitoring mittels HCV-RNA nötig. Die neuen EACS-Leitlinien werden sechsmonatlich HCV-RNA-Bestimmungen empfehlen. Die Aufzeichnungen der Webinare und die Webinar slides können unter http://webinare. dagnae.de auch nachträglich angeschaut werden. Die Slides stehen auch zum download zur Verfügung. Die IAS 2018 Webinare fanden am 1.8. und 2.8.2018 statt. Der Zugang erfolgt ebenfalls über die Webinarplattform http://webinare.dagnae.de. CONFERENCES 17

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