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Leseprobe CONNEXI AIds und Hepatitis Ausgabe 5-2018

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ANTIRETROVIRALE THERAPIE

ANTIRETROVIRALE THERAPIE UPDATE 2018 CONFERENCES Prof. Dr. med. Jürgen Rockstroh juergen.rockstroh@ukbonn.de eine einmal pro Monat oder besser noch einmal alle acht Wochen oder gar alle sechs Monate i. m. zu verabreichende Therapie bevorzugen würden. Die Patienten, die an diesen Studien teilnehmen, geben eine verbesserte Lebensqualität an, weil sie nicht jeden Tag durch eine Tablette an ihre HIV-Infektion erinnert werden. (Abb. 1) Im Bereich der Substanzen mit langen Halbwertszeiten und der Möglichkeit einer intermittierenden Gabe befinden sich verschiedene Substanzen in Entwicklung. Trotzdem bleibt für viele Patienten die Hoffnung nach einer therapeutischen Maßnahme, die letztendlich zu einer Ausheilung von HIV führt. Der Wunsch, die Infektion erfolgreich zu besiegen ist innerhalb der „Community“ stark ausgeprägt. „Bewegung“ in der Heilungs- Forschung Die Forschungsbemühungen im HIV-Bereich umfassen derzeit ein breites Spektrum von verschiedenen Therapie-Ansätzen. Es geht dabei um den Einsatz von breit neutralisierenden Antikörpern, Schock- und Kill-Strategien, therapeutische Vakzine und vieles mehr. Wenngleich die für alle Patienten Heilung versprechende Therapiemaßnahme noch nicht am Horizont sichtbar ist, so ist doch viel Bewegung in die sogenannte „HIV-Cure“-Agenda gekommen, und die hohe Anzahl von Publikationen in diesem Bereich, verbunden mit einem besseren Verständnis der Pathogenese der HIV-Infektion, deutet auch hier auf wenngleich langsame so doch stetige Fortschritte hin. Neben den entsprechenden Interventionen für Patienten, die bereits eine HIV-Infektion haben, bleibt aber vor allen Dingen die Entwicklung von Prophylaxestrategien zur Vermeidung weiterer HIV-Infektionen ein wichtiger Fokus im HIV-Bereich. Mit Einführung der Präexpositionsprophylaxe verbindet sich die Hoffnung, dass auch in Deutschland entsprechend ein Rückgang der Neuinfektionen mit der nun breiter und günstiger gewordenen PrEP zu erzielen ist. Trotzdem wird für viele Teile der Welt letztendlich ein HIV-Vakzine notwendig sein, um einen breiteren Schutz vor HIV in entsprechenden Endemiegebieten zu gewährleisten. Hier befinden sich im Rahmen von EU-geförderten Projekten mehrere Vakzin-Kandidaten in der Forschung. Eine große Phase-3-Studie hat vor Kurzem in Afrika begonnen, die einen erneut verbesserten Impfstoff untersucht, mit der Hoffnung entsprechend zumindest eine Teilimmunität zu erreichen. Der Studie liegt hierbei ein Impfstoff zugrunde, der bereits in einer großen Thailändischen Studie einen 30%igen Schutz vor einer Infektion mit sich brachte. Auch in der Situation der medikamentös beherrschbaren HIV-Infektion sind emsige Forschungstätigkeiten im HIV-Bereich zu erkennen, und es darf angenommen werden, dass spannende Forschungsergebnisse in diesem Bereich auch in 2019 zu erwarten sind. 20

ANTIRETROVIRALE THERAPIE Multiresistenzen Albrecht Stoehr, Andreas Plettenberg, Thore Lorenzen, Hamburg In der antiretroviralen Therapie (ART) stellt das Therapieversagen aufgrund einer Resistenzentwicklung mit die größte Katastrophe dar. Wenn heute Patienten unter den aktuell guten Therapiebedingungen eine Multiresistenz entwickeln, liegt die Ursache meist auf verschiedenen Ebenen. In jedem Fall ist es wichtig, vor Therapiestart eine Resistenzanalyse durchzuführen und die Gründe für Therapieumstellungen sorgfältig zu dokumentieren. Aufgrund der hohen Fehlerrate der reversen Trans kriptase und des hohen viralen Turnovers ist das HI-Virus besonders häufig durch Resistenzmutationen gekennzeichnet. Zu diesen Virus- Mutanten kommt es auch schon spontan ohne Selektionsdruck der antiretroviralen Therapie. Wenn eine antiretrovirale Therapie erfolgt, die nicht in der Lage ist, die Virusreplikation zu supprimieren, kommt es zum Herauswachsen von resistenten Klonen und infolgedessen zu einem virologischen Therapieversagen. Man unterscheidet übertragene (Primär-) und erworbene (Sekundär-)Resistenzen. CONFERENCES 21

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