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Leseprobe CONNEXI AIds und Hepatitis Ausgabe 5-2018

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AKTUELLE THERAPIESTUDIEN

AKTUELLE THERAPIESTUDIEN Maligne Lymphome bei HIV-positiven Patienten Anne Meister und Kai Hübel, Köln Die Überlebenschancen von Patienten mit HIV-assoziierten Lymphomen haben sich seit Einführung der antiretroviralen Kombinationstherapie (cART) drastisch verbe ssert. Dabei ist nicht nur die Inzidenz opportunistischer Infektionen rückläufig, sondern auch die Inzidenz von AIDS-definierenden bösartigen Erkrankungen. Dennoch ist das aggressive Non-Hodgkin-Lymphom die Hauptursache für AIDS-bedingte Todesfälle und verantwortlich für etwa ein Drittel aller Todesursachen. Es bedarf innovativer Therapiestrategien, um die Prognose von Patienten mit HIV-assoziierten Lymphomen zu verbessern und der von HIV-negativen Patienten anzugleichen. CONFERENCES Die häufigsten Subtypen des HIV-assoziierten NHL sind das diffus großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) und das Burkitt-Lymphom (BL), die seit 1985 zu den AIDS-definierende Erkrankungen zählen [1]. Das klassische Hodgkin-Lymphom (cHL) ist eine der häufigsten nicht-AIDS-definierenden Lymphomerkrankungen, mit einem fünf- bis 20-fach höheren Risiko im Vergleich zu HIV-negativen Individuen [2]. Die Pathogenese dieser Lymphomerkrankungen ist eng mit dem Immunstatus des HIV-Patienten verbunden, der sich hauptsächlich in der CD4-Zellzahl widerspiegelt. Die Verfügbarkeit der cART verbessert den Immunstatus und dadurch die Prognose von HIV-infizierten Patienten mit NHL erheblich. Heutzutage können Patienten mit AIDS-assoziierten Lymphomen (ARL) erfolgreich mit Standard-Chemotherapieschemata behandelt werden [3]. Angesichts 38

AKTUELLE THERAPIESTUDIEN dieser günstigen Entwicklungen bei der Behandlung von HIV und HIV-assoziierten Lymphomen sind die Vermeidung behandlungsbedingter Toxizitäten und die Verbesserung der Prognose von Patienten mit fortgeschrittener Immunsuppression zentrale Fragestellungen für zukünftige klinische Studien. Epidemiologie Es bestehen beträchtliche Unterschiede zwischen den Inzidenzraten von ARL in der prä-cART und in der cART-Ära. Vor der Einführung von cART hatte eine mit HIV infizierte Person im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein 60−200-fach höheres Risiko ein AIDS-assoziiertes Lymphom zu entwickeln. Wie eine multizentrische AIDS-Kohortenstudie in den USA zeigte, war die Inzidenz nach Einführung der cART deutlich rückläufig: Von 6.949 beobachteten Männern erkrankten in den Jahren 1984−1995 161 Personen an NHLs, während es in den Jahren 1996−2007 lediglich 33 waren [4]. Prof. Dr. med. Kai Hübel kai.huebel@uni-koeln.de Pathologie Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifiziert drei Typen von Lymphomen, die mit einer HIV-Infektion assoziiert sind: Lymphome, die bei immunkompetenten und HIV-positiven Patienten auftreten (hierzu zählen z. B. das BL, das DLBCL oder das HL), Lymphome, die spezifischer bei HIVpositiven Patienten auftreten (z. B. das primäre Effusions-Lymphom (PEL) oder das plasmablastische Lymphom (PBL); s.u.) und Lymphome, die bei einer Immunschwäche aufgrund anderer Ursachen auftreten, z. B. nach einer Transplantation [5]. Der häufigste Subtyp ist das DLBCL, gefolgt von BL und HL. Interessanterweise hat der Grad der CD4- Zelldepletion einen großen Einfluss auf die Art des sich entwickelnden Lymphoms. Bei niedrigen CD4- Werten (

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