Aufrufe
vor 2 Jahren

Leseprobe CONNEXI Diabetes und Adipositas Ausgabe 4-2019

  • Text
  • Connexi
  • Menschen
  • Deutschland
  • Kinder
  • Behandlung
  • Insulin
  • Therapie
  • Adipositas
  • Conferences
  • Patienten
  • Diabetes

TYP-1-DIABETES Tabelle

TYP-1-DIABETES Tabelle 1: HbA1c bei Screening, Baseline und Studienende SOTAGLIFLOZIN (Zynquista®) DAPAGLIFLOZIN (Forxiga®) EMPAGLIFLOZIN (Jardiance®) in Tandem1 1 in Tandem2 2 in Tandem3 3 DEPICT-1 4 DEPICT-2 5 EASE-2 6 EASE-3 6 PBO 200 mg 400 mg PBO 200 mg 400 mg PBO 400 mg PBO 5 mg 10 mg PBO 5 mg 10 mg PBO 10 mg 25 mg PBO 2,5 mg 10 mg 25 mg N (Typ-1- Diabetes ) 268 263 262 258 261 263 703 699 260 259 259 272 271 270 239 243 241 238 237 244 242 HbA1c bei Screening, % 8,21 8,26 8,26 8,42 8,35 8,38 - - 8,79 8,82 8,76 - - - - - - - - - - Insulinoptimierung sechs Wochen Insulinoptimierung mit einem Insulin-Dosis-Monitoring- Komitee Keine Insulinoptimierung achtwöchige Phase mit Insulinan passung nach klinischer Notwendigkeit sechswöchige Dosisanpassung durch Studienärzte HbA1c Baseline, % HbA1c-Reduktion in Woche 24 oder 26 vs. PBO † , % HbA1c-Reduktion in Woche 52 vs. PBO † , % 7,54 7,61 7,56 7,79 7,74 7,71 8,21 8,26 8,53 8,53 8,52 8,40 8,45 8,39 8,13 8,10 8,06 8,19 8,14 8,19 8,19 N/A -0,36 -0,41 N/A -0,37 -0,35 N/A -0,46 N/A -0,42 -0,45 N/A -0,37 -0,42 N/A -0,54 -0,53 N/A -0,28 -0,45 -0,52 N/A -0,25 -0,31 N/A -0,21 -0,32 - - N/A -0,33 -0,36 N/A N/A N/A N/A -0,39 -0,45 - - - - †Alle Werte sind statistisch signifikant 1. Buse B, et al. Diabetes Care 2018;41:1970−80 & Supplementary Appendix; 2. Danne T, et al. Diabetes Care 2018;41:1981−1990 & Supplementary Appendix. 3. Garg SK et al. NEJM 2017;377:2337–2348; 4. Dandona P, et al. Lancet Diabetes Endocrinol 2017;5:864−876; 5. Mathieu C, et al. Diabetes Care 2018;41:1938−1946; 6. Rosenstock J, et al. Diabetes Care 2018; doi. org/10.2337/dc18-1749. CONFERENCES erhalten. Natürlich kann eine solche Behandlung bei Typ-1-Diabetes nur ergänzend zum Insulin erfolgen, und die Insulintherapie muss immer trotz einer Behandlung mit SGLT-Inhibitoren fortgesetzt werden. Nach einer Bewertung der Daten aus neuen klinischen Studien wurde die Zulassung nun auf bestimmte Patienten mit Typ‐1-Diabetes erweitert, wenn bei ihnen das Insulin allein trotz optimaler Insulintherapie keine ausreichende Kontrolle des Blutzuckerspiegels bietet. Patienten, die für diese Behandlung in Betracht gezogen werden, sollten bestimmte Anforderungen erfüllen und keinen Body-Mass-Index (Gewicht in kg/Länge in m², BMI) unter 27 kg/m² aufweisen. Behandlung birgt erhöhtes Ketoazidoserisiko Bereits Ende letzten Jahres war in Japan das nicht in Europa erhältliche Ipragliflozin aus der gleichen Substanzgruppe von der dortigen Behörde PMDA für Typ-1-Diabetes zugelassen worden, während die Anhörung für Sotagliflozin bei der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA zu einem Patt bei der 16

TYP-1-DIABETES Abstimmung über die Abwägung von Nutzen und Risiko geführt hat und somit Unklarheit herrscht. Ein Blick auf die Studiendaten zeigt, warum sich die Zulassungsbehörden schwer tun. Die Einnahme dieser Tablette führt bei vielen Patienten zu einer Erhöhung der Ketonwerte im Blut. Kommt es zum Beispiel im Rahmen eines Katheterproblems bei der Pumpentherapie oder einem relativen Insulinmangel im Rahmen eines Infekts zu einem Anstieg der Ketonwerte, steigt der Blutzucker gleichzeitig durch die SGLT2-Hemmerbehandlung nicht wie gewohnt stark an. Somit kann die übliche Warnung, dass eine Ketoazidose droht, fehlen. Weil bei Auftreten von weiteren Ketoazidose-Risikofaktoren (z. B. Reduktion der Insulindosis, Krankheit, „low-carb“-Diäten, körperliche Belastung, Pumpenkatheterprobleme) schneller einer Ketoazidose entsteht, ist es wichtig, bereits vor einer solchen Behandlung über mindestens eine Woche Blutketone zu messen , damit man später den Behandlungseffekt eines SGLT-Hemmers zusätzlich zum Insulin beurteilen kann. Die Ketoazidosegefahr lässt sich nur durch eine Bestimmung der Ketonwerte mit einer Blut- oder Urinmessung erkennen, die bei Durchführung einer solchen Therapie immer rasch verfügbar sein muss. Tatsächlich zeigte sich in den Studien ein bis zu achtfach erhöhtes Ketoazidoserisiko [15]. Insulin kann es zu einer euglykämischen Ketoazidose kommen – einer „verdeckten“ Ketoazidose bei normalen oder nur wenig erhöhten Glukosespiegeln, weil die Glukosespiegel durch eine Steigerung der Zucker ausscheidung durch den Urin insulinunabhängig gesenkt werden. Eine Schulung zur Ketoazidose findet zwar am Anfang der Diabeteserkrankung statt, Streifen zur Messung von Urin- oder Blutketonwerten sind auch meistens vorhanden, aber im entscheidenden Moment wird die Ketonbestimmung nicht oder zu spät durchgeführt. Denn wenn erst einmal Erbrechen eingesetzt hat, ist meistens ein Krankenhausaufenthalt unvermeidlich. Bei Menschen mit Diabetes ist daher die Ketonmessung wichtiger als eine Flash-Glukose-, CGM- oder Blutzuckermessung, um einen gefährlichen Insulinmangel festzustellen. Die Urinketonmessung zeigt eine Ketoazidose später an und weist nur mit Verzögerung eine erfolgreiche Behandlung nach. Insbesondere für Menschen, die durch eine Insulin pumpenbehandlung durch ein Katheterproblem rasch in einen Insulinmangel kommen können oder durch eine Behandlung mit einem SGTL-Inhibitor zusätzlich zum Insulin ein erhöhtes Risiko für eine Ketoazidose haben, sollten daher Ketonkörper vorzugsweise im Blut bestimmen, weil das eine Echtzeiterfassung der relevanten Veränderungen der Ketonspiegel ermöglicht. SGLT-Hemmer: Ketoazidose trotz fast normalem Blutzucker Die meisten Menschen mit Typ-1-Diabetes, die mit einer Ketoazidose im Krankenhaus landen, haben im entscheidenden Moment nicht daran gedacht. Die klassischen Zeichen Übelkeit, Bauchschmerzen, trockener Mund, vertiefte Atmung werden oft mit anderen Ursachen als Insulinmangel bei Diabetes in Verbindung gebracht. Mit einer zusätzlichen Einnahme von SGLT-Hemmern zum Warum eine eingeschränkte Zulassung? Patienten, die an den Studien teilnahmen, berichteten insbesondere über wesentlich weniger Glukoseschwankungen [16]. Insgesamt zeigten sich mit der Zusatzbehandlung beim kontinuierlichen Glukosemonotoring bis zu drei Stunden mehr Zeit im Zielbereich. Das EMA-Komitee schränkte seine Empfehlung als Zusatztherapie zur Insulinbehandlung auf übergewichtige Erwachsene mit CONFERENCES 17

Connexi - Leseproben