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Leseprobe CONNEXI Diabetes und Adipositas Ausgabe 4-2019

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ABSCHIED VOM

ABSCHIED VOM „GLYKOZENTRISCHEN WELTBILD“ 14 % RRR p

ABSCHIED VOM „GLYKOZENTRISCHEN WELTBILD“ Angesichts einer nachgewiesenen Senkung der kardiovaskulären Mortalität um 38 %, der Gesamtmortalität um 32 %, der Hospitalisierungsraten wegen Herzinsuffizienz um 35 % und des Fortschreitens der Niereninsuffizienz um 39 % spricht Vieles für den Einsatz von Empagliflozin, mindestens bei Patienten mit gleichzeitig bestehenden kardiovaskulären Erkrankungen. Management in der hausärztlichen Praxis Wirtschaftlichkeit Dr. Petra Sandow, niedergelassene Hausärztin in Berlin, berichtete über das Spannungsfeld der Hausärzte zwischen Kosteneinsparung und moderner Therapie. Wenig bekannt ist die Tatsache, dass Hausärzte eigene Leitlinien haben. Diese Leitlinien empfehlen allerdings bevorzugt „altbewährte“ Arzneimittel, die das Budget möglichst wenig belasten. Andererseits sind auch Hausärzte verpflichtet, nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu therapieren. „Wenn ein findiger Anwalt mir einen Strick daraus drehen will, dass ich seinem Vater ein Medikament nicht verordnet habe, was dessen Leben um einige Jahre hätte verlängern können, dann stehe ich schlecht da“, erklärte Sandow. Im Grunde müsste jeder Hausarzt, der einen Diabetes Typ 2 behandelt, sich in diesem Augenblick als Diabetologen sehen und demzufolge die entsprechenden Leitlinien beachten. Zumal bei Patienten mit bereits bestehenden kardiovaskulären Erkrankungen die Verordnung von Empagliflozin als Praxisbesonderheit anerkannt ist und daher das Budget nicht belastet. Allerdings muss dies entsprechend codiert werden. Patientenaufklärung Eine häufige und äußerst lästige Nebenwirkung der SGLT2-Inhibitoren sind genitale Infektionen, oft durch Pilze, bedingt durch die (gewollte) Glucosurie. „Darüber muss man die Patienten gut aufklären, und ihnen die entsprechenden hygienischen Maßnahmen ans Herz legen“, erklärte Sandow. Wichtig ist außerdem eine Behandlung des Partners, da genitale Mykosen sexuell übertragbar sind und der Partner ansonsten als ständiges Erregerreservoir zu immer neuen Rezidiven beiträgt. Ein Absetzen des Medikaments ist deswegen aber selten notwendig. Kardiovaskuläres Risiko frühzeitig behandeln Zuletzt bleibt noch die Frage, ob nicht der Diabetes Typ 2 per se als kardiovaskuläre Erkrankung angesehen werden muss. Der Typ-2-Diabetes wird immer häufiger und tritt in immer jüngerem Lebensalter auf. Sandow berichtete von ihrem jüngsten Patienten – einem stark übergewichtigen 18-Jährigen, den sie zunächst wegen Verdachts auf Diabetes Typ 1 zum Diabetologen überwiesen hatte, weil sie nicht glauben konnte, dass sich bereits in diesem jungen Alter ein Typ 2 manifestiert haben konnte. Ein solcher Patient muss jahrzehntelang behandelt werden; seine Gefäße, sein Herz und seine Nieren sind massiv gefährdet. Eine Therapie, die nachweislich Herz und Nieren schützt, sollte für diese Klientel da selbstverständlich sein. Bericht: Dr. med. Friederike Günther Referenzen: 1. Zinman B, et al. Empagliflozin, Cardiovascular Outcomes and Mortality in Type-2 Diabetes, NEJM 2015;373:2117– 2128. 2. Wanner C, Inzucchi SE, Lachin JM, et al. Empagliflozin and progression of kidney disease in type 2 diabetes, NEJM 2016;375:323-334. 3. Fitchett D, Zinman B, Wanner C et al. Eur Heart J 2016;37:1526-1534. Quelle: Pressekonferenz „Innovationen in der Diabetestherapie – Jardiance® richtungsweisend in seiner Disziplin“ am 02.04.2019 in Berlin, Veranstalter: Boehringer Ingelheim Deutschland GmbH und Lilly Parma GmbH. INDUSTRY News 29

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