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Leseprobe CONNEXI Diabetes und Adipositas Ausgabe 4-2019

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DIABETISCHES FUSSSYNDROM

DIABETISCHES FUSSSYNDROM Typische Läsionen beim DFS und deren Vermeidung Arthur Grünerbel, München Das diabetische Fußsyndrom (DFS) ist eine häufige Komplikation bei langjährigem Diabetes. Es tritt bei 2–10 % aller Diabetiker auf. Die Behandlung ist oft langwierig, die Lebensqualität der Patienten ist deutlich eingeschränkt, und die Prognose für die Patienten ist nicht gut. Typische Fußläsionen beim diabetischen Fußsyndrom zu erkennen hilft, deren Entstehung zu vermeiden. CONFERENCES Folgende Faktoren sind verantwortlich: •• Die Polyneuropathie ist immer beteiligt, •• unbemerkter Druck spielt ebenfalls eine zentrale Rolle, •• hinzu kommt eine schlechte Perfusion sowie oft auch pathologische Knochenumbauten. Polyneuropathie Welche Faktoren begünstigen die Entwicklung einer PNP? Vermutet haben wir schon immer eine schlechte Diabeteseinstellung und Glukosespitzen als Ursache. Welche Faktoren begünstigen noch die Entwicklung einer PNP? Diesem Sachverhalt ging eine schottische Studie nach [1]. Hier wurde an einer Klientel von 6.127 Typ-1-Diabetikern, die zwischen 2010 und 2013 rekrutiert wurden, untersucht, welche Risikofaktoren die Entstehung einer Neuropathie fördern. Die Patienten wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und altersgematcht untersucht. 30

DIABETISCHES FUSSSYNDROM Hierbei ergab sich wie erwartet, dass das Risiko für eine Neuropathie signifikant steigt mit dem Lebensalter und der Diabetesdauer. Zusätzlich konnten aber auch ein jemals erfolgter Nikotinkonsum, Hba1c über 9 %, bestehende Micro- oder Makroalbuminurie sowie eine niedrigere soziale Stellung als weitere Risikofaktoren nachgewiesen werden. Auch ein niedriges HDL-Cholesterin und höhere Triglyceride (87,5 versus 130 mg/dl) waren beteiligt. Dies, so folgern die Autoren, befindet sich in Übereinstimmung mit der internationalen Literatur und zeigt, dass weiterhin Risikofaktoren bestehen, an denen gearbeitet werden kann, um die Entstehung einer Neuropathie signifikant zu reduzieren. So gibt es auch Fortschritte beim Erkennen einer Polyneuropathie [2], die mit einer Prävalenz von 5–8 % in der erwachsenen älteren Bevölkerung die häufigste Erkrankung des peripheren Nervensystems darstellt. Daneben spielt auch Ursachenbekämpfung eine große Rolle, denn auch eine nutritive Mangelversorgung der Nerven durch Verringerung der kapillären arteriellen Perfusion könnte eine Rolle spielen. Dies kann auch bei vielleicht bereits therapierter pAVK bedingt durch den kreislaufphysiologisch bekannten venoarteriellen Reflex stattfinden, der unter Immobilisation im Sitzen am Vorfuß zu einer Abnahme der messbaren Sauer stoffsättigung im Gewebe [3] von 40–50 % auf Werte um etwa 10 % führt. Dieser Effekt kann bereits 2–4 Minuten nach Beginn einer Ruhephase eintreten [4] und persistiert bis zum Eintritt längerer Bewegungsabschnitte. Daher ist auch eine Neuromalnutrition, gerade heutzutage durch vermehrte sitzende Tätigkeit zum Beispiel an Bildschirmarbeitsplätzen, durchaus als Ursache mit zu bedenken. Hier lassen sich einfache Maßnahmen wie Zehen- und Fußgymnastik zur Prophylaxe einführen. Typische Läsionen: bedingt durch unbemerkten Druck Häufig ist zu enges Schuhwerk oder eine falsche Versorgung mit Einlagen eine Ursache für Ulcera (Abbildungen 1 und 2). Abbildung 1: Typische Läsion durch zu viel plantaren Druck Abbildung 2: Einlagencheck: fehlende Polsterung Abbildung 3: Einlagencheck: Die können nie passen … CONFERENCES 31

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