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Leseprobe CONNEXI Diabetes und Adipositas Ausgabe 4-2019

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LEBENSSTIL UND

LEBENSSTIL UND DIABETESRISIKO 1 Tag niedriger Energieumsatz 1 Tag mittlerer Energieumsatz 1 Tag hoher Energieumsatz 3x55 min 3x110 min Voruntersuchungen 3 Tage Eingangsphase Kalorienrestriktion* 1 Tag Washout ausgegl. Energiebilanz Voruntersuchungen Kalorienrestriktion* ausgegl. Energiebilanz 1 Tag Washout Voruntersuchungen Kalorienrestriktion* ausgegl. Energiebilanz Überernährung* Überernährung* Überernährung* ausgegl.=ausgeglichen; *randomisierte Reihenfolge Abbildung 1: Schematische Darstellung des Studienprotokolls CONFERENCES Probanden/-innen normalgewichtig, fünf übergewichtig und eine/r fettleibig. Die randomisierte Interventionsstudie wurde im Cross-Over-Design durchgeführt. Für diese Untersuchungen war die exakte Erfassung von Energieaufnahme und Energieverbrauch über Zeiträume bis zu 36 Stunden erforderlich. Diese erfolgte in speziellen Stoffwechselräumen, bei denen die Atemgase des Körpers (Sauerstoffverbrauch und CO 2 -Produktion) kontinuierlich gemessen und Energieverbrauch und Energieaufnahme vorgegeben und kontrolliert wurden. Die Probanden/-innen durchliefen 3x3 Interventionstage und hielten sich hierfür für jeweils 24 Stunden in einem Raumkalorimeter auf (schematisches Studienprotokoll in Abbildung 1). Drei unterschiedliche Niveaus von körperlicher Aktivität (Physical Activity Level: niedrig 1,3; mittel 1,5 und hoch 1,7, erreicht durch Gehen mit 4 km/h für 0 Minuten, 3×55 Minuten oder 3×110 Minuten) wurden jeweils unter drei verschiedenen Energiebilanzen (ausgeglichene Energiebilanz: 100 % des Energiebedarfs, Kalorienrestriktion, 75 % des Energiebedarfs und Überernährung: 125 % des Energiebedarfs) verglichen. In Voruntersuchungen in der ersten Woche wurde der individuelle Energieverbrauch bei den unterschiedlichen Niveaus an körperlicher Aktivität unter Ad-libitum-Ernährung erfasst. Die Tagesglykämie wurde kontinuierlich mittels Glukose-Monitoring (continous glucose monitoring) aufgezeichnet, die Insulinsekretion via C-Peptid-Ausscheidung im 24-Stunden-Sammelurin analysiert und die basale Insulinsensitivität mittels HOMA-IR berechnet. Es wurden außerdem die postprandialen Glukose- und Insulinspiegel gemessen. 46

LEBENSSTIL UND DIABETESRISIKO M.Sc. Franziska Büsing fbuesing@nutrition.uni-kiel.de Antwort führt [4]. Diese niedrigere postprandiale Glykämie könnte bei Nygaard et al. aber auch durch einen höheren Energieverbrauch und ein dadurch entstandenes Kaloriendefizit erklärt sein. Allein eine negative Energiebilanz könnte die Verbesserung der Glykämie erklären. Da das Prinzip des Energieumsatzes unabhängig von der Energiebilanz ist, sind die Ergebnisse der vorliegenden Studie davon nicht beeinflusst. Die Ergebnisse zeigen, dass eine körperliche Aktivität mit niedriger Intensität die postprandiale Regulation des Glukosestoffwechsels bei gesunden Personen verbessert und die negativen Auswirkungen einer Überernährung auf die postprandiale Glykämie verhindern kann. Ergebnisse Die Tagesglykämie stieg bei höherem Energieumsatz trotz einer entsprechend höheren Kohlenhydrat-Aufnahmemenge (niedriger vs. hoher Energieumsatz: +86 -135 g Kohlenhydrate/Tag) unter keiner der drei verschiedenen Bedingungen der Energiebilanz an. Bei Kalorienrestriktion waren die Tagesglykämie und die Insulinsekretion über 24 Stunden bei einem höheren Energieumsatz im Vergleich zu einem niedrigen Energieumsatz sogar reduziert (p

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