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Leseprobe CONNEXI Nephrologie Ausgabe 1-2018

NTX Kardiovaskuläre

NTX Kardiovaskuläre Komplikationen nach Nierentransplantation, Risk Assessment und Prävention Timm H. Westhoff, Herne In den letzten Jahrzehnten ist es über Weiterentwicklungen der Immunsuppression gelungen, das kurzfristige Transplantatüberleben stetig zu verbessern. So lag bereits in der Elite-Symphony-Studie die Transplantatüberlebensrate nach einem Jahr bei über 90 % [1]. Das langfristige Patientenüberleben hat sich hingegen nicht in gleicher Weise verbessert. Eine der zentralen Ursachen dafür sind kardiovaskuläre Ereignisse, die nach wie vor die führende Todesursache nach Nierentransplantation darstellen. Aber woran liegt das und was können wir dagegen tun? CONFERENCES Das kardiovaskuläre Risiko nierentransplantierter Patienten ist niedriger als dasjenige altersgematchter Patienten auf der Warteliste [2, 3]. Somit ist der erste Schritt zur Risikoreduktion die erfolgreiche Transplantation. Ursächlich dafür ist die Absenkung des Retentionsniveaus. Die Niereninsuffizienz führt zu einer akzelerierten Arteriosklerose, in deren Mittelpunkt eine Umwandlung von glatten Gefäßmuskelzellen in osteoblastenähnliche Zellen steht. Es kommt zu einer irreversiblen „Verknöcherung“ der Tunica media. Während wir das Fortschreiten dieses Phänomens durch die erfolgreiche Transplantation reduzieren, nehmen wir jedoch die kardiovaskulären Nebenwirkungen der notwendigen Immunsuppression in Kauf. Das kardiovaskuläre Risiko nierentransplantierter Pa tienten ist somit zwar niedriger als im Falle eines Verbleibs an der Dialyse, es bleibt aber um ein Vielfaches höher als das der Allgemeinbevölkerung [2]. Nach Nierentransplantation existieren neben den klassischen kardiovaskulären Risikofaktoren wie Hypertonie, Diabetes, Hypercholesterinämie oder Nikotinabusus mehrere transplantationsspezifische Risikofaktoren (Abbildung 1). Von zentraler Bedeutung sind hier insbesondere die Dauer der Dialysepflicht vor der Transplantation, die Funktion des Transplantates und das immunsuppressive Regime. Bei nierentransplantierten Patienten gilt daher in besonderer Weise, dass eine bestmögliche Risikoreduktion nur durch ein „Drehen an möglichst vielen Schrauben” möglich ist. Die diesbezüglichen Optionen sollen im Folgenden zusammengefasst werden (Tabelle 1). 8

NTX Klassische Risikofaktoren Spezifische Risikofaktoren Hyperlipidämie Dauer der Dialysepflicht Diabetes Hypertonie Kardiovaskuläres Risiko Niereninsuffizienz Immunsuppressiva Abbildung 1: Zentrale kardiovaskuläre Risikofaktoren nach Nierentransplantation. Tabelle 1: Strategien zur Senkung des kardiovaskulären Risikos nach Nierentransplantation. • Frühzeitiger Einsatz eines Basalinsulins zur Vermeidung eines Posttransplantationsdiabetes [15] • Konsequente Blutdrucksenkung, Ziel

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