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Leseprobe CONNEXI Nephrologie Dialyse Transplantation Ausgabe 7-2019

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medizinisches Fachmagazin über Nephrologie, Hypertensiologie, Dialyse, Transplantation und Biomarker der kardiorenalen Achse, für Ärzte, mit retrospektiven Berichten vom Fachkongressen: ERA EDTA, Nephrologisches Seminar Heidelberg, Symposium Biomarker der kardiorenalen Achse, 2019

sHPT … weil es die

sHPT … weil es die Therapietreue sicherstellt und eine wirtschaftliche sHPT-Therapie gewährleistet.“ Dipl.-Med. Heike Martin, Zwickau Frau Dipl.-Med. Martin, Cinacalcet wird oral – Etelcalcetid i.v. gegeben. Was ist für Sie der Hauptvorteil der i.v.-Gabe? Wir können Patienten von Tabletten entlasten. Dialysepatienten müssen durchschnittlich 15–20 Tabletten täglich einnehmen und jede einzelne schwächt die Therapietreue. Je höher die Tablettenzahl, desto geringer die Adhärenz. Auch kann durch die i.v.-Gabe eine kontinuierliche Therapie sichergestellt werden, denn manchmal vergessen Patienten, sich rechtzeitig ein neues Rezept ausstellen zu lassen und unterbrechen die Behandlung. Daher verschreiben wir allen Patienten, wenn die Indikation für ein Calcimimetikum besteht, das i.v.-Präparat. Ich denke, gerade bei einer hochpreisigen Therapie sind wir Ärzte auch in der Verantwortung, sicherzustellen, dass die Therapie beim Patienten wirklich ankommt. der Therapietreue und die Möglichkeit der unmittelbaren Dosisanpassung. Der Patient erhält, was er zum jeweiligen Zeitpunkt braucht, nicht mehr, nicht weniger – und wir wissen, dass die i.v.-Gabe in jedem Fall ankommt. EDUCATION Warum ist die intravenöse Therapie wirtschaftlicher? Das liegt zum einen daran, dass wir eine viel bessere Steuerbarkeit in der Dosis haben und auch unmittelbar reagieren können. Wenn beispielsweise bei einem Patienten aufgrund eines guten Therapieansprechens eine Dosisreduktion erfolgen kann, kann die mit der nächsten Gabe umgesetzt werden. Bei der oralen Therapie ist das hingegen oft ein Problem. Wenn ich erst kürzlich eine Packung 60 mg Cinacalcet verschrieben habe, möchte man schließlich nicht, dass die halbe Packung weggeschmissen wird. Mit der i.v.-Therapie kommt es nicht zu solchen Restbeständen. Hinzu kommt noch in Punkto Wirtschaftlichkeit, dass unter der Therapie das Serumcalcium abfällt, was uns einen „Calciumpuffer“ verschafft. Der macht es möglich, dass wir Patienten calciumhaltige Phosphatbinder verschreiben können, die deutlich günstiger sind als die calciumfreien Präparate. Der wohl wesentliche Faktor für ist aber die Sicherstellung Therapietreue ist letztlich immer auch von Nebenwirkungen abhängig. Wie sind Ihre Beobachtungen zur Verträglichkeit von Etelcalcetid im Vergleich zu Cinacalcet? Wir behandeln mittlerweile sehr viele Patienten mit Etelcalcetid und bislang hat keiner dieser Patienten Magen-Darm-Probleme gemeldet, dabei verschreiben wir auch höhere Dosen. Natürlich ist es so, dass eine orale Therapie, die Nebenwirkungen auslöst, häufig von den Patienten stillschweigend weggelassen wird. Man kann davon ausgehen, dass gastrointestinale Beschwerden durchaus die Einnahmetreue bei Cinacalcet beeinträchtigt haben. Kurz zusammengefasst – warum verschreiben Sie Etelcalcetid? Ich gebe Etelcalcetid, weil es die Therapietreue sicherstellt und eine wirtschaftliche sHPT-Therapie gewährleistet. Wir können die Dosis bedarfsgenau anpassen und wissen, dass der Patient optimal versorgt ist. 20

sHPT Literatur 1. Ketteler M, Floege J. Update 2017 der KDIGO-Leitlinie zu den Störungen des Mineral-und Knochenhaushalts bei chronischer Nierenerkrankung. Deutsche Übersetzung. Der Nephrologe 2017; 12 (6): 433-437 2. Raggi P, Chertow GM, Torres PU et al. The ADVANCE study: a randomized study to evaluate the effects of cinacalcet plus low-dose vitamin D on vascular calcification in patients on hemodialysis. Nephrol Dial Transplant 2011; 26 (4): 1327-39 3. EVOLVE Trial Investigators, Chertow GM, Block GA, Correa- Rotter R et al. Effect of cinacalcet on cardiovascular disease in patients undergoing dialysis. N Engl J Med 2012; 367 (26): 2482-94 4. Behets GJ, Spasovski G, Sterling LR et al. Bone histomorphometry before and after long-term treatment with cinacalcet in dialysis patients with secondary hyperparathyroidism. Kidney Int 2015; 87 (4): 846-56 5. Block GA, Bushinsky DA, Cheng S et al. Effect of Etelcalcetide vs Cinacalcet on Serum Parathyroid Hormone in Patients Receiving Hemodialysis With Secondary Hyperparathyroidism: A Randomized Clinical Trial. JAMA. 2017; 317 (2): 156-164 6. Fachinformation Mimpara® 30 mg/60 mg/90 mg Filmtabletten. Stand: Juli 2019. Abrufbar unter: https://fachkreise. amgen.de/downloads/f/1/111/mimpara_30_60_90_mg_ filmtabletten.pdf 7. Fachinformation Parsabiv® 2,5 mg/5 mg/10 mg Injektionslösung. Stand: Februar 2019. Abrufbar unter https://fachkreise. amgen.de/downloads/f/1/840/parsabiv-25_5_10-mg-injektionsloesung_201902.pdf 8. [Bushinsky DA, Chertow GM, Cheng S et al. One-year safety and efficacy of intravenous etelcalcetide in patients on hemodialysis with secondary hyperparathyroidism. Nephrol Dial Transplant 2019 Mar 11 [Epub ahead of print] Kurzinformation: Mimpara® 30 mg/60 mg/90 mg Filmtabletten. Mimpara® 1 mg/2,5 mg/5 mg Granulat zur Entnahme aus Kapseln. Wirkstoff: Cinacalcet. Zusammensetzung: Arzneilich wirksamer Bestandteil: Mimpara® Filmtablette: 1 Filmtablette enthält 30 mg/60 mg/90 mg Cinacalcet (als Hydrochlorid). Sonstige Bestandteile: Jede 30 mg/60 mg/90 mg Tablette enthält 2,74 mg/5,47 mg/8,21 mg Lactose; Tablettenkern: vorverkleisterte Stärke (Mais), mikrokristalline Cellulose, Povidon, Crospovidon, Magnesiumstearat, hochdisperses Siliciumdioxid; Tablettenfilm: Carnaubawachs, Opadry II grün, Opadry klar. Mimpara® Granulat zur Entnahme aus Kapseln: Jede Kapsel enthält 1 mg/2,5 mg/5 mg Cinacalcet (als Hydrochlorid). Sonstige Bestandteile: Granulat: vorverkleisterte Stärke (Mais), mikrokristalline Cellulose, Povidon, Crospovidon, amorphes Siliciumdioxid. Kapsel: Druckfarbe: Eisen(II,III)-oxid; Schellack, Propylenglycol. 1 mg Kapsel: Gelatine, Eisen(III)-hydroxid-oxid x H 2O (E 172), Indigocarmin (E 132), Titandioxid (E 171). 2,5 mg Kapsel: Gelatine, Eisen(III)-hydroxid-oxid x H 2O (E 172), Titandioxid (E 171). 5 mg Kapsel: Gelatine, Indigocarmin (E 132), Titandioxid (E 171). Anwendungsgebiete: Sekundärer Hyperparathyreoidismus bei Erwachsenen: Behandlung des sekundären Hyperparathyreoidismus (HPT) bei erwachsenen dialysepflichtigen Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz; sekundärer Hyperparathyreoidismus bei Kindern und Jugendlichen: Behandlung des sekundären Hyperparathyreoidismus (HPT) bei dialysepflichtigen Kindern mit terminaler Niereninsuffizienz im Alter von 3 Jahren und älter, deren sekundärer HPT mit einer Standardtherapie nicht ausreichend kontrolliert werden kann. Mimpara kann als Teil eines therapeutischen Regimes angewendet werden, das je nach Bedarf Phosphatbinder und/oder Vitamin D umfassen kann. Nebenschilddrüsenkarzinom und primärer Hyperparathyreoidismus bei Erwachsenen: Verminderung von Hyperkalzämie bei erwachsenen Patienten mit Nebenschilddrüsenkarzinom; mit primärem HPT, bei denen eine Parathyreoidektomie aufgrund der Serumcalciumspiegel (wie in den relevanten Behandlungsrichtlinien definiert) angezeigt wäre, jedoch klinisch nicht angebracht oder kontraindiziert ist. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile, Hypokalzämie. Nebenwirkungen: sehr häufig: Übelkeit und Erbrechen (i. d. R. mild bis mäßig und vorübergehend); häufig: Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Angioödem und Urtikaria), Anorexie, verminderter Appetit, Krampfanfälle, Schwindel, Parästhesien, Kopfschmerzen, Hypotonie, Infektion der oberen Atemwege, Dyspnoe, Husten, Dyspepsie, Diarrhö, Bauchschmerzen, Oberbauchschmerzen, Obstipation, Hautausschlag, Myalgie, Muskelkrämpfe, Rückenschmerzen, Asthenie, Hypokalzämie, Hyperkaliämie, verminderte Testosteronwerte; Häufigkeit nicht bekannt: Verschlechterung der Herzinsuffizienz (bei Patienten mit beeinträchtigter kardialer Funktion), QT-Verlängerung und ventrikuläre Arrhythmien infolge einer Hypokalzämie. Weitere Angaben: s. Fach- und Gebrauchsinformation. Verschreibungspflichtig. Stand der Information: Juli 2019. AMGEN Europe B.V., 4817 ZK Breda, Niederlande (örtlicher Vertreter Deutschland: AMGEN GmbH, 80992 München) Kurzinformation: Parsabiv® 2,5 mg/5 mg/10 mg Injektionslösung. Wirkstoff: Etelcalcetid. Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Jeder Verdachtsfall einer Nebenwirkung sollte gemeldet werden. Zusammensetzung: Arzneilich wirksamer Bestandteil: Jede Durchstechflasche enthält 2,5 mg/5 mg/10 mg Etelcalcetid (als Hydrochlorid) in 0,5 ml/1 ml/2 ml Lösung. Jeder ml enthält 5 mg Etelcalcetid. Sonstige Bestandteile: Natriumchlorid, Bernsteinsäure, Wasser für Injektionszwecke, Salzsäure (zur pH-Wert-Einstellung), Natriumhydroxid (zur pH-Wert-Einstellung). Anwendungsgebiet: Parsabiv® wird angewendet zur Behandlung des sekundären Hyperparathyreoidismus (sHPT) bei erwachsenen Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (chronic kidney disease, CKD), die sich einer Hämodialysetherapie unterziehen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Die Behandlung mit Parsabiv® sollte nicht eingeleitet werden, wenn das korrigierte Serumcalcium unter der unteren Grenze des Normbereiches liegt. Nebenwirkungen: Sehr häufig: verringerte Calciumspiegel im Blut, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Muskelkrämpfe. Häufig: Hypokalzämie, Hyperkaliämie, Hypophosphatämie, Kopfschmerzen, Parästhesie, Verschlechterung der Herzinsuffizienz, QT Verlängerung, Hypotonie, Myalgie. Gelegentlich: Krämpfe. Nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Anaphylaxie). Weitere Angaben: s. Fach- und Gebrauchsinformation. Verschreibungspflichtig. Stand der Information: Februar 2019. AMGEN Europe B.V., 4817 ZK Breda, Niederlande (örtlicher Vertreter Deutschland: AMGEN GmbH, 80992 München) Die Interviews führte Frau Dr. Bettina Albers. Mit freundlicher Unterstützung der Firma AMGEN GmbH. DE-P-416-0919-077659 EDUCATION 21

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