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Leseprobe CONNEXI Neurologie Ausgabe 3-2019

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THE STORY BEHIND® Titel

THE STORY BEHIND® Titel Nerv auf Abwegen Michael Kaplan, Edinburgh Pferde auf der Zielgerade eines Galopprennens zu sehen ist ein beeindruckendes Erlebnis: Das Donnern der Hufe, die Erschütterungen, die körperlich zu spüren sind, Kraft und Geschwindigkeit, der Eindruck von Mut und Entschlossenheit dieser Tiere, die mit einer halben Tonne Lebendgewicht und bis zu 70 Stundenkilometer näherkommen. Aber manchmal läuft eines der Pferde nicht so wie erwartet. Gerade im Moment der höchsten Anstrengung scheint es Energie und Impetus komplett zu verlieren und wird ganz plötzlich sehr langsam. Rennbahn-Enthusiasten kennen dieses Phänomen als „ins Loch fallen“. Es sieht aus, als habe das Pferd mit ernsthaften Schwierigkeiten zu kämpfen, und doch wirkt es nach dem Rennen ganz normal. Was immer das Problem war, es ist wieder verschwunden. Schuld ist hier eine Lähmung im Larynx. Endoskopische Untersuchungen konnten nachweisen, dass bei einigen Pferden die Larynxfalten – sie entsprechen den Stimmbändern beim Menschen – bei starker Anstrengung zusammenfallen und die Luftwege ganz oder teilweise blockieren. Sobald die Atemfrequenz sich normalisiert hat, kehren die Larynxfalten an ihren ursprünglichen Ort zurück. Interessanterweise tritt dieses Problem fast immer auf der linken Seite des Larynx auf. Das könnte an einer neurologischen Besonderheit liegen: Der Nerv, der für die Motorik des Kehlkopfes zuständig ist (der nervus laryngeus recurrens) hat zwei Äste. Der rechte Ast führt direkt von einer Stelle nahe der Carotis zum Larynx, aber der linke Ast geht entlang der gesamten Strecke des Pferdehalses bis zur Brust, schlingt sich unter dem Aortenbogen durch und führt auf der anderen Seite wieder hoch zum Larynx. Dieser ungewöhnliche Unterschied in der Länge des Nervs scheint der Grund dafür zu sein, dass die Lähmung der Larynxfalte viel öfter auf der linken Seite auftritt. EDUCATION Aber warum haben Pferde solche extrem asymmetrischen Larynxnerven? Alle Rennpferde der heutigen Zeit stammen ursprünglich von nur drei Hengsten ab – ist der Grund also 1. die Inzucht? oder 2. die Tatsache, dass sie auf extreme Höchstleistungen gezüchtet sind? oder 3. einfach dass sie Tiere sind? Senden Sie uns Ihre Antwort über unsere Website Unter den richtigen Einsendungen verlosen wir ein connexi-Abonnement 2019 32

MECHANISCHE HERZKLAPPEN UND INTRAKRANIELLE DACHZEILE BLUTUNG Empfehlungen zur Therapie Titel Karl Georg Häusler 1 , Würzburg und Joji B. Kuramatsu 2 , Erlangen Autor Bei Patienten mit mechanischer Herzklappe kommt der medikamentösen Prävention von Klappenthrombosen und ischämischen Schlaganfällen eine große Bedeutung zu. Gemäß der Leitlinie der European Society of Cardiology (ESC) und der European Association for Cardio-Thoracic Surgery (EACTS) ist bei mechanischer Herzklappe eine orale Antikoagulation indiziert. Die verfügbaren Leitlinienempfehlungen zur Akuttherapie bei mechanischer Herzklappe und intrakranieller Blutung sind vergleichsweise vage. Im klinischen Alltag sind die Entscheidungen zur Antagonisierung einer Antikoagulation, zur Dauer einer Antikoagulationsunterbrechung und zum Einsatz einer Heparinisierung sehr heterogen. Die Autoren sehen eine Indikation zur Antagonisierung einer therapeutisch wirksamen Antikoagulation bei akuter intrakranieller Blutung als prinzipiell gegeben, wobei die Basis aller Therapieentscheidungen ein patientenzentriertes Vorgehen und eine interdisziplinäre Abstimmung sein sollte. Herzklappenersatz – Historie und Gegenwart Als Herzklappenersatz ist ein operativ oder minimal invasiv eingebrachter mechanischer oder biologischer Ersatz für eine Herzklappe zu verstehen. Die erste mechanische Herzklappe wurde im Jahr 1960 von Dr. Albert Starr in Portland (Oregon, USA) implantiert. Gemäß dem Herzbericht des Jahres 2018 werden allein in Deutschland etwa 34.000 Herzklappen pro Jahr ersetzt, wobei der Anteil minimalinvasiv implantierter Herzklappen in den letzten Jahren stetig zugenommen hat. 1 Neurologische Klinik und Poliklinik, Universitätsklinikum Würzburg 2 Neurologische Klinik, Universitätsklinikum Erlangen CONFERENCES 33

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