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Leseprobe CONNEXI Neurologie Ausgabe 3-2019

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NEUE THERAPIEOPTION

NEUE THERAPIEOPTION Spezifische Migräne-Prophylaxe als Quartalsdosis verfügbar Mit der Entwicklung von CGRP-Antikörpern ist eine neue Medikamentenklasse zur Migräneprophylaxe entstanden, die zu einer signifikanten Abnahme der Migränetage und somit einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität vieler betroffener Patienten führt. Mit Fremanezumab (AJOVY®) von Teva ist seit dem 15. Mai in Deutschland der erste monoklonale Antikörper zur Prophylaxe verfügbar, der neben der monatlichen Injektion auch eine Quartalsdosis bietet [1]. Er zeichnet sich zudem durch eine hohe Ansprechrate, eine gute Verträglichkeit und einen schnellen Wirkeintritt aus, wie in der Launch-Pressekonferenz anhand aktueller Studiendaten gezeigt wurde. EDUCATION Migräne ist mit einer Prävalenz von 18 % bei Frauen und 6 % bei Männern in Deutschland nach wie vor eine untertherapierte neurologische Erkrankung, obwohl sie für die Patienten mit stark belastenden Symptomen und Komorbiditäten einhergeht. Bisher werden nur rund 15 % der Betroffenen, für die eine Prophylaxe infrage kommt, vorbeugend behandelt [2, 3]. Hinzu kommt, dass „bisher eingesetzte Substanzen zum Teil mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden und für einen Die CGRP-Antikörper-Therapie erlaubt eine flexiblere individuelle Migräne-Prophylaxe. Teil der Patienten kontraindiziert sind, weshalb die Adhärenz der Patienten verhältnismäßig schlecht ist. Ein Großteil der Migränepatienten bricht die Therapie innerhalb des ersten Jahres hauptsächlich wegen mangelnder Wirksamkeit und Nebenwirkungen ab“, konstatierte Prof. Dr. med. Uwe Reuter , Leiter des Kopfschmerzzentrums der Charité, Universitätsmedizin Berlin. Jetzt kann mit neuen zielgerichteten Therapieoptionen dem hohen Bedarf an Behandlungsmöglichkeiten besser entsprochen werden. Die CGRP-Antikörper-Therapie bietet neben der Wirksamkeit vor allem eine gute Verträglichkeit und lässt damit eine hohe Compliance erwarten. Die Medikamente der neuen Wirkstoffgruppe blockieren das pathogenetisch entscheidende „Calcitonin Gene Related Peptide“ (CGRP), indem sie entweder direkt an den Liganden binden oder den Rezeptor blockieren und damit die Anzahl der Migräneund Kopfschmerztage bei einer Verträglichkeit auf Plazebo-Niveau signifikant reduzieren, erläuterte Prof. Reuter. Überzeugende Studiendaten „Bisher lassen sich keine klinisch relevanten Unterschiede der beiden Wirkstoffkonzepte erkennen. Die Wirkstoffgruppe überzeugt durch sehr konsistente Studiendaten, bei denen vor allem die Verträglichkeit ins Auge sticht“, betonte PD Dr. med. Tim Jürgens, Rostock. „Alle CGRP-Antikörper wurden sowohl in der episodischen als auch in der chronischen Migräne getestet. … Die verschiedenen Studienprogramme sind aber sehr unterschiedlich gestaltet (verschiedene Endpunkte, unterschiedliche Patientenpopulationen), sodass ein direkter Vergleich schwierig ist“, fügte Jürgens einschränkend hinzu. Dessen ungeachtet sei es aber in der klinischen Routine wichtig, „dass wir auf Substanzen zurückgreifen können, deren Wirksamkeit in großen Studien an vielen Patienten belegt ist. Allein in die Phase-II- und Phase‐III-Studien zu den CGRP-Antikörpern wurden über 12.000 Patienten eingeschlossen. Die Evidenz für diese Wirkstoffklasse ist damit sehr hoch.“ Fremanezumab biete im Gegensatz zu Erenumab und Galcanezumab zudem neben der monatlichen 44

NEUE THERAPIEOPTION 0 -0,5 -1,0 Fremanezumab alle 3 Monate (N=375) Fremanezumab monatlich (N=375) Plazebo (N=371) KQ-Mittel (+/- SE) Veränderung ggü. Baseline -1,5 -2,0 -2,5 -3,0 -3,5 -4,0 -4,5 Woche 1 Monat 1 Monat 2 Monat 3 monatlich

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