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Leseprobe CONNEXI SCHMERZ Ausgabe 1-2019

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WAS IST „KAPUTT“ BEI

WAS IST „KAPUTT“ BEI DER VESTIBULÄREN MIGRÄNE? CONFERENCES Fazit Prof. Dr. med. Dagny Holle Dagny.holle-lee@uk-essen.de Die vorliegenden wissenschaftlichen Daten zeigen, dass wahrscheinlich periphere und zentrale Mechanismen an der Entstehung der vestibulären Migräne beteiligt sind und dass eine klare Trennung zwischen einer Software- und einer Hardware-Störung nicht getroffen werden kann. In der klinischen Praxis wird es wichtig sein, dieses wahrscheinlich sehr häufig vorliegende Krankheitsbild zu identifizieren, gerade dann, wenn eben keine begleitenden Kopfschmerzen vorliegen, die eine Diagnosestellung erheblich vereinfachen. Bei erheblichem Leidensdruck und hieraus resultierender Verunsicherung wird allzu häufig die Differenzialdiagnose des somatoformen Schwindels favorisiert. Die korrekte Einordnung ist aber auch vor dem Hintergrund wichtig, dass es sich bei der VM um eine gut mit Akutmedikation und prophylaktischer Medikation behandelbare Erkrankung handelt. Die Behandlung orientiert sich dabei, auch wenn gar keine Migränekopfschmerzen vorliegen, an den Behandlungsempfehlungen für eine Kopfschmerzmigräne. Literatur: 1. Headache Classification Committee of the International Headache Society (IHS) The International Classification of Headache Disorders, 3rd edition. Cephalalgia. Jan; 38(1): 1−211 (2018). 2. Lempert T, Olesen J, Furman J, Waterston J, Seemungal B, Carey J, Bisdorff A, Versino M, Evers S, Newman-Toker D. Vestibular migraine: diagnostic criteria. J Vest Res 22: 167–172 (2012) 3. Furman JM, Balaban CD. Vestibular migraine. Ann N Y Acad Sci 1343: 90–96 (2015). 4. Schuerger RJ, Balaban CD. Organisation of the coeruleovestibular pathways in rats, rabbits, and monkeys. Brain Res Rev 30: 189–217 (1999). 5. Halberstadt AL, Balaban CD. Organisation of projections from the raphenuclei to the vestibular nuclei in rats. Neuroscience 120: 573–594 (2003). 6. Marano E, Marcelli V, Stasio ED et al. Trigeminal Stimulation Elicits a Peripheral Vestibular Imbalance in Migraine Patients. Headache J Head Face Pain 45: 325–331 (2005). 7. Murdin L, Davies RA, Bronstein AM. Vertigo as a migraine trigger. Neurology 73: 638–642 (2009). 8. von Brevern M, Zeise D, Neuhauser H et al. Acute migrainous vertigo: clinical and oculographic findings. Brain J Neurol 128: 365–374 (2005). 9. Furman JM, Marcus DA. Migraine and motion sensitivity. Contin Minneap Minn 18: 1102–1117 (2012). 10. Neugebauer H, Adrion C, Glaser M et al. Long-term changes of central ocular motor signs in patients with vestibular migraine. Eur Neurol 69: 102–107 (2013). 11. Shin JH, Kim YK, Kim H-J et al. Altered brain metabolism in vestibular migraine: Comparison of interictal and ictal findings. Cephalalgia. 34(1): 58−67.Cephalalgia 0333102413498940 (2014) 12. Russo, Antonio, Vincenzo Marcelli, Fabrizio Esposito, Virginia Corvino, Laura Marcuccio, Antonio Giannone, Renata Conforti, Elio Marciano, Gioacchino Tedeschi, and Alessandro Tessitore. “Abnormal Thalamic Function in Patients with Vestibular Migraine.” Neurology 82 (23): 2120–2126 (2014). 13. Obermann M, Wurthmann S, Steinberg BS et al. Central vestibular system modulation in vestibular migraine. Cephalalgia. 34(13): 1053−1061 (2014). Prof. Dr. med. Dagny Holle Universitätsmedizin Essen, Westdeutsches Kopfschmerzzentrum Essen, Klinik für Neurologie Hufelandstr. 55, 45147 Essen 28

VERSORGUNG VON SCHMERZPATIENTEN UND -PATIENTINNEN DACHZEILE Rolle der pflegerischen Schmerzexperten Titel Autor und -expertinnen Nadja Nestler, Münster Noch immer haben viele Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern Schmerzen, die nicht ausreichend gelindert sind. Mit dem sich entwickelnden Bewusstsein gegenüber pflegerischen Aufgaben im Schmerzmanagement konnte in Studien gezeigt werden, dass die Pflege einen bedeutsamen Anteil an der Schmerzversorgung und bei der Optimierung der interprofessionellen Zusammenarbeit hat. Bereits seit 1999 beschäftigt sich das Deutsche Netzwerk zur Qualitätsentwicklung in der Pflege mit Themen, die für die pflegerische Versorgung von hoher Bedeutung sind [1]. Im Jahr 2005 wurde daher auch erstmals der Nationale Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege veröffentlicht, der eine Leitlinie für das pflegerische Schmerzmanagement darstellte und die pflegerischen Aufgaben und Möglichkeiten in der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit akuten und chronisch tumorbedingten Schmerzen beschrieb [2]. Damit war erstmals ein Grundstein für ein systematisches pflegerisches Schmerzmanagement in Deutschland gesetzt. Mit dem sich entwickelnden Bewusstsein gegenüber diesem pflegerischen Aufgabenbereich konnte in unterschiedlichen Studien gezeigt werden, dass die Pflege einen bedeutsamen Anteil an der Schmerzversorgung der Patientinnen und Patienten hat [3]. Eine noch nicht ausreichende Systematisierung des pflegerischen Schmerzmanagements und ein unzureichendes Wissen vieler Pflegender [4] verdeutlichten die Notwendigkeit des Einsatzes pflegerischer Schmerzexperten und -expertinnen, so dass sich entsprechende Fortbildungsangebote etablierten [5]. Das pflegerische Schmerzmanagement Die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit akuten und/oder chronischen Schmerzen muss eine interprofessionelle Aufgabe sein, wobei Pflegende spezifische Kompetenzen in die Versorgung der Patientinnen und Patienten einbringen [6, 7]. Trotz aller Bemühungen in den letzten Jahren haben immer noch viele Patientinnen und Pa tienten in Krankenhäusern Schmerzen, die nicht ausreichend gelindert sind [8, 9]. Daher bedarf es weiterer Anstrengungen um die Versorgung eben dieser Patientinnen und Patienten zu optimieren. Eine wichtige Rolle im pflegerischen Schmerzmanagement haben Pflegende mit einer entsprechenden fachspezifischen Fortbildung zum pflegerischen Experten bzw. zur pflegerischen CONFERENCES 29

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