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Leseprobe CONNEXI SCHMERZ Ausgabe 1-2019

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PERSONALIA Prof. Claudia

PERSONALIA Prof. Claudia Sommer ist neue Präsidentin der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. Seit Jahresbeginn ist Prof. Dr. med. Claudia Sommer neue Präsidentin der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. Die 60-jährige Neurologin, Leitende Oberärztin und Schmerzforscherin am Universitätsklinikum Würzburg, folgt in diesem Amt für die nächsten zwei Jahre ihrem Vorgänger Prof. Dr. med. Martin Schmelz, dessen Wahlperiode zum Jahreswechsel endete. CONFERENCES Prof. Dr. med. Claudia Sommer „Als Präsidentin Europas größter wissenschaftlich-medizinischer Schmerzfachgesellschaft ist es mein Ziel, die Probleme einer bedarfsgerechten Schmerzversorgung in Deutschland sowohl im Gesundheitswesen als auch in der Forschung deutlich zu benennen und einen Beitrag zu Verbesserungen zu leisten“, so die neue Schmerzpräsidentin Prof. Sommer. „Dabei möchte ich die Zusammenarbeit auch mit Patientenorganisationen und die Serviceangebote unserer Fachgesellschaft stärken, aber auch unsere weiterhin in den letzten Jahren aufgebauten Partnernetzwerke intensivieren. Die Umsetzung unseres vor rund neun Monaten angelaufenen G-BA Innovationsfondsprojekts PAIN2020 (vgl. www.pain2020.de) ist eine solche Chance. Die fachlichen Beratungen des im Bundeskoalitionsvertrag benannten Disease Management Programms (DMP) Rückenschmerz oder aber die Diskussion um Qualitätsindikatoren im Gesundheitswesen sind weitere“, so Frau Prof. Sommer. Vizepräsident der Gesellschaft bleibt Prof. Dr. Dipl.-Psych. Michael Hüppe (Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck) und amtierender Präsident der Deutschen Gesellschaft für psychologische Schmerztherapie und -forschung e.V. (DGPSF). Weiterhin im Präsidium der Wahlperiode 2019/2020 wirken mit: Prof. Dr. med. Hans-Raimund Casser (DRK Schmerz-Zentrum Mainz), Prof. Dr. med. Wolfgang Koppert (Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin Medizinische Hochschule Hannover), Prof. Dr. med. Esther Miriam Pogatzki-Zahn (Akutschmerzdienst der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie Universitätsklinikum Münster), Ass.-Prof. Dr. Nadja Nestler, Dipl. Pflegewissenschaftlerin (FH) (Paracelsus Medizinische Universität Institut für Pflegewissenschaft und -praxis, Salzburg), und Prof. Dr. med. Winfried Meißner (Sektion Schmerztherapie, Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie und Chefarzt der Abteilung Palliativmedizin am Universitätsklinikum Jena). Prof. Meißner ist zudem der gewählte designierte Präsident für den in zwei Jahren startenden Präsidiumsturnus 2021/2022. Geschäftsführer der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. bleibt Thomas Isenberg (Berlin), der dieses Amt bereits seit 2012 sehr erfolgreich ausübt. Quelle: Pressemeldung der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. vom 08.01.2019 32

MEDIZINISCHES CANNABIS GEGEN CHRONISCHE SCHMERZEN Phytocannabinoide als sinnvolles therapeutisches Add-on Symposiumsbericht Etwa 7,5 % der deutschen Bevölkerung leiden nach Schätzung der DSG unter chronischen Schmerzen. Die Gesetzesänderung für medizinisches Cannabis im März 2017* könnte für die Schmerztherapie eine neue Chance sein. Warum und wie Cannabis wirkt und mit welchen Herausforderungen Ärzte wie auch Patienten durch die Freigabe von Cannabis für therapeutische Zwecke konfrontiert sind, stand im Mittelpunkt eines Lunch-Symposiums im Rahmen des Deutschen Schmerzkongresses 2018. Chronische Schmerzen seien kein länger anhaltender reizbedingter Akutschmerz, sondern vielmehr die Folge nozizeptiver Aktivierung und erfordern eine andere Herangehensweise als die Behandlung mit Analgetika, stellte Prof. Dr. Dr. h.c. Walter Zieglgänsberger, Emeritus am Max- Planck-Institut für Psychiatrie in München, klar. Chronische Schmerzen bedeuten Stress, Hilflosigkeit, sozialer Kompetenzverlust, Schlafstörungen, totale Fokussierung auf den Schmerz. Sie sind für die Patienten mit enormen körperlichen und psychischen Belastungen verbunden und zudem ein wesentlicher Trigger stressinduzierter Erkrankungen wie Angsterkrankungen und affektiven Störungen wie Depressionen, die die gesamte Lebenswelt beeinflussen. Fehlende spezifische Medikamente für chronische Schmerzen und zahlreiche erfolglose Therapieversuche bis zur Feststellung „austherapiert“ bringen Betroffene oft an den Rand der Verzweiflung, so dass jede Möglichkeit einer Linderung chronischer Schmerzen hoffen lässt. Dies sei die Ausgangssituation, in der sich die meisten Patienten beim Schmerztherapeuten vorstellen. Mit dieser komplexen Herausforderung beginne die ärztliche Kunst, so Zieglgänsberger. Die Behandlung chronischer Schmerzen heißt zuallererst die Angst vor wiederkommenden Schmerzen, die den Patienten beherrscht, anzugehen, erläuterte der Pharmakologe. Das könne man mit mehreren verschiedenen Medikamenten probieren, oder aber man setzt medizinisches Cannabis ein. Die veränderte Rechtslage, die jetzt erlaubt, hochwertige Medizinal-Cannabisblüten oder Cannabisextrakt in pharmazeutischer Qualität ärztlich zu verordnen, eröffnet neue Chancen. Zur Beantwortung der Frage „Ist Cannabis in der Therapie chronischer Schmerzen eine Möglichkeit?“ erläuterte Prof. Zieglgänsberger die neuropharmakologischen Grundlagen der Wirkung von Cannabispräparaten auf zellulärer Ebene und wie in die komplexen Regelkreise des Schmerzes eingegriffen werden kann. Neuropharmakologische Grundlagen Für zahlreiche physiologische Prozesse im menschlichen Körper spielen Cannabinoide eine wesentliche Rolle. Die Moleküle werden in drei Kategorien unterteilt: Endo-, Phyto- und synthetisch hergestellte Cannabinoide. Ursprung für das Verständnis ihres therapeutischen Potenzials, die Entdeckung und die weitere Erforschung des menschlichen Endocannabinoidsystems sind die Phytocannabinoide. In Cannabis, einer der ältesten Heilpflanzen, liegt die höchste Cannabinoid-Konzentration vor. Entscheidend für deren pharmakologische Wirkung sind die medizinisch relevanten Cannabinoide * Mit dem am 10.03.2017 in Kraft getretenen Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften hat der Gesetzgeber die Möglichkeiten zur Verschreibung von Cannabisarzneimitteln erweitert. Ärztinnen und Ärzte können künftig auch Medizinal- Cannabisblüten oder Cannabisextrakt in pharmazeutischer Qualität auf einem Betäubungsmittelrezept verschreiben. Dabei müssen sie arznei- und betäubungsmittelrechtliche Vorgaben einhalten. https://www.bfarm.de/DE/Bundesopiumstelle/Cannabis/_node.html EDUCATION 33

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