Aufrufe
vor 2 Jahren

Leseprobe CONNEXI Schmerz Ausgabe 7-2018

  • Text
  • Patienten
  • Behandlung
  • Methadon
  • Schmerztherapie
  • Conferences
  • Arzt
  • Deutschen
  • Schmerz
  • Therapie
  • Kreuzschmerzen
  • Connexi

NEUES AUS PRAXIS UND

NEUES AUS PRAXIS UND THEORIE Behandlung des Burnout-Syndroms nach Trang Trang-Xuan Nguyen, Göttingen Nahezu 8 % der Erwerbstätigen haben das Gefühl, an einem Burnout zu leiden. Deshalb wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen mit Burnout-Symptomen auch Ärzte außerhalb des Bereiches Psychiatrie oder Psychosomatik konsultieren. Schätzungen zufolge sind etwa 10 % aller Arbeitnehmer, die in Risikoberufsgruppen arbeiten, vom Burnout-Syndrom betroffen. 20–30 % aller Personen in solchen Berufen sollen gefährdet sein, am Burnout-Syndrom zu erkranken. Zuverlässige Zahlen gibt es im Grunde aber nicht. CONFERENCES Typische Symptome der Burnout-Erkrankung sind Überforderung, Müdigkeit, keine Erholungsphasen mehr, nachlassende Leistungsfähigkeit, Konzentrationsstörungen, Nervosität. Das alles führt zu vermehrten Fehlern im Alltags- und Berufsleben, die persönliche Unzufriedenheit wächst, die Belastbarkeit schwindet. Der Betroffene zieht sich immer mehr zurück, vernachlässigt soziale Kontakte, Unzufriedenheit und Gleichgültigkeit bestimmen immer mehr den Alltag. Dazu kommen psychosomatische Beschwerden, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme und häufig auch Rückenschmerzen, obwohl keine organischen Störungen vorliegen. Problem für den Patienten ist dabei, die Probleme selbst zu erkennen. Nur wenige Menschen können ihren eigenen Erschöpfungszustand selbst diagnostizieren. Diese Ursachen selbst zu beseitigen, zum Beispiel durch Stressbewältigung mit Verringerung der Arbeitsbelastung, mehr Sport, mehr Ruhezeiten, besseres Schlafen, mehr Urlaub, können nur die wenigsten selbst umsetzen. Auch Beistand von Kollegen oder Familie hilft häufig nicht. Auf Verständnis der Vorgesetzten können die Wenigsten hoffen. Abhilfe kann durch Heilungsmethoden wie Akupunktur und/oder therapeutische Lokalanalgesie kommen. Die Kombinationstherapie nach Trang sollte anfangs möglichst kurz hintereinander, am besten im wöchentlichen Rhythmus erfolgen. Wenn eine Besserung eingetreten ist, verlängert man den Behandlungsabstand auf 4–6 Wochen, bis die Heilung eingetreten ist. Danach macht man die Behandlung nach eigenem Ermessen zum Erhalt des Erreichten. Prof. h.c. der VRC Dr. med. Trang-Xuan Nguyen dr.trang.nguyen@t-online.de Die Akupunktur wird an die individuellen Bedürfnisse des Patienten angepasst und kann schon kurzfristig zu einer deutlich spürbaren Beruhigung und Kräftigung führen. Alle den Burnout begleitenden Beschwerden können mit Akupunktur behandelt, gebessert und oft auch gänzlich geheilt werden. Unterstützend hilft die gezielte lokale Leitungsanästhesie des Ganglion stellatum. Von diesem gehen sympathische Fasern zur Versorgung von Kopf, Hals, Armen, Herz und Lunge aus. Eine Stellatumblockade wird zur Lösung arteriovenöser Krämpfe (Gefäßspasmen) angewendet, da Blutgefäße sympathisch innerviert werden. Durch diese Blockade kommt es zu einer Vasodilatation im gesamten Einzugsgebiet, zu einer verminderten Schweißsekretion (Anhidrosis) und einem Horner-Syndrom. Letzteres ist ein Zeichen für die erfolgreiche Durchführung der Blockade. 42

NEUES AUS PRAXIS UND THEORIE Kanüle Bei Migräne und halbseitigem Kopfschmerz findet sie gleichfalls Anwendung. Weiterhin bei Beschwerden nach einem Schädel-Hirn-Trauma, Osteochondrose der Halswirbelsäule, Periarthritis des Schultergelenkes (Frozen Shoulder) sowie Trigeminus- und Zosterneuralgie. Eine chirurgische Ausschaltung des Ganglion stellatum ist das letzte Mittel der Wahl bei einem Morbus Raynaud. Therapeutische Lokalanalgesie nach Trang Die von mir vorgeschlagene Therapie ist die therapeutische Lokalanalgesie (TLA) nach Trang. Eine Einstichtechnik mit fächerförmiger Infiltration zur Blockade von Ganglion stellatum und Plexus cervicalis C1–C7 und Th1 sowie Nervus accessorius ohne CT- oder Röntgen-Durchleuchtung und ohne Ultraschall zur Behandlung von Migräne, Fazialisparese, Post-Zoster-Neuralgie im HWS- und Schädelbereich, Zahnbeschwerden, Trigeminusneuralgie, Konzentrationsstörung, Tinnitus aurium, Morbus Menière, Hörsturz, Schultergelenk- und Armbeschwerden, Tic nervosa, Blepharospasmus usw. und gegen die Kopfleere bei Burnout-Syndrom (Abb. 1). Patienten und Statistik Insgesamt wurden 65 Patienten im Alter zwischen 30 und 70 Jahren behandelt: •• 18 Patienten mit sehr gutem Ergebnis (27,69 %), •• 30 Patienten mit gutem Ergebnis (46,15 %), •• 15 Patienten nicht so gutes Ergebnis (23,08 %), •• 2 Patienten haben die Behandlung auf eigenen Entschluss abgebrochen (23,07 %). Fazit Die Daten zeigen, dass diese Behandlungsmethodik zu einem guten Ergebnis führt. Das gute Abbildung 1: Kontrastmittelausbreitung im Verlaufsgebiet von Plexus cervicalis (C1–C4) und Plexus brachialis (C5–C7/Th1) sowie Nervus auricularis magnus. Nervus occipitalis minor, alle HWS-Spinalnerven und Rami communicantes, den gesamten HWS-Grenzstrang sowie Nervus accessorius mit der fächerförmigen Einstichtechnik nach TRANG. Ergebnis mit meiner Kombinationstherapie, welches international so nicht zu finden ist, sollte eingesetzt werden, um mehr Patienten mit Burnout-Syndrom so schnell wie möglich zu heilen und die Therapiekosten zu reduzieren. Andere Behandlungsmethoden, die heute bei Burnout angewendet werden, wie Psychotherapie, führen, bei 20 Sitzungen (was meistens nicht ausreicht, um einen Erfolg zu erzielen) zu Kosten von ca. 1.700 Euro. Ein Burnout kann jeden treffen. In Deutschland lag die Prävalenz im Jahr 2015 bei 4,2 % für die Altersgruppe 18 bis 65 Jahre. In dieser Altersgruppe bedeutet das bei einer Gesamtbevölkerungszahl von 51,55 Millionen Menschen, dass 2,2 Millionen an einem Burnout erkrankt sind. Bei durchschnittlichen Behandlungskosten von 1.700 Euro pro Patient entstehen hier Kosten für unser Gesundheitssystem von 3,740 Milliarden Euro. Die Anwendung der therapeutischen Lokalanalgesie in Kombination mit Akupunktur könnte eine schnellere Heilung bei deutlich geringeren Kosten bedeuten. Geld, dass – wie wir alle wissen – an anderen Stellen des Gesundheitssystems dringend gebraucht wird, wie zum Beispiel in der Altenpflege. CONFERENCES 43

Connexi - Leseproben