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Leseprobe CONNEXIPLUS 2020-2 Kardiorenale Achse

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erstes interdisziplinäres fachmagazin zu kardiologie, nephrologie und diabetologie sowie lipidologie, biomarkern und ernährung

LIPIDMANAGEMENT

LIPIDMANAGEMENT PCSK9-Inhibitoren als Therapieoption bei kardiovaskulären Hochrisikopatienten mit chronischer Nierenerkrankung Interview mit Dr. Andrea Beigel, Langenhagen/Hannover connexiplus EDUCATION © Science Photo Library/De Angelis, Maurizio Eine chronische Nierenerkrankung (CKD) ist ein unabhängiger und kausaler Risikofaktor für kardiovaskuläre Ereignisse [1]. Dies wirft die Frage auf, wie CKD- Patienten aus nephrologischer und kardiologischer Perspektive optimal versorgt werden können. Im Interview erklärt die Nephrologin Dr. Andrea Beigel, Langen hagen (Hannover), welche Rolle eine intensive lipidsenkende Therapie mit PCSK9-Inhibitoren in diesem Kontext spielen kann. Die zuletzt im Jahr 2019 aktua lisierten ESC/EAS- Dyslipidämie-Leitlinien betonen die Bedeutung eines risikoorientierten und auf den individuellen Patienten zugeschnittenen Lipidmanagements (Abbildung 1) [2]. In der neuen Fassung sind neben einer präzisierten Klassifikation der einzelnen kardio vaskulären Risikogruppen auch die Zielwerte für LDL-Cholesterin (LDL-C) verschärft worden. Zudem ist die PCSK9- Inhibi tion für Patienten mit hohem bis sehr hohem kardiovaskulären Risiko mit einer Klasse-1A-Empfehlung im neuen Therapiealgorithmus verankert worden. Diese Neuerung ist unter anderem auf 14

die Ergebnisse der Evolocumab Outcome-Studie (FOURIER) [3] zurückzuführen. Eine Subgruppenanalyse der FOURIER-Studie mit nierengesunden Patienten sowie Patienten, die an unterschiedlichen Stadien einer Niereninsuffizienz litten, zeigte, dass die LDL-C-Senkung und die kardiovaskuläre Risikoreduktion durch Evolocumab über alle CKD-Schweregrade gegeben war. Die absolute Risikoreduktion für kardiovaskulären Tod, Herzinfarkt und Schlaganfall fiel im Trend bei Patienten mit fortgeschrittener CKD sogar stärker aus als bei Patienten mit normaler Nierenfunktion (Abbildung 2) [4]. Wie diese Ergebnisse in der Praxis einzuordnen sind, erläutert die Nephrologin Dr. Andrea Beigel im nachfolgenden Interview. Frau Dr. Beigel, als Fachärztin für Innere Medizin und Nephrologie betreuen Sie verschiedene kardiovaskuläre Risikogruppen. Warum ist die LDL- C-Senkung auch bei CKD-Patienten so wichtig? Bei CKD-Patienten führen zwei unterschiedliche Mechanismen zu atherosklerotischen Gefäßveränderungen. Einerseits ist hier die Mediasklerose zu nennen. Diese kann unter anderem durch chronische Entzündungsprozesse, eine Hyperphosphatämie, ein erhöhtes Kalzium-Phosphat-Produkt infolge eines sekundären Hyperparathyreoidismus, einen gestörten Vitamin-K-Stoffwechsel oder Veränderungen im Renin-Aldosteron-System bedingt sein. Die kardiovaskuläre Risikokomponente der CKD fällt insbesondere in den fortgeschrittenen Stadien 3 und 4 stark ins Gewicht. Dies betrifft den Großteil der Patienten, die mir in der täglichen Praxis begegnen. Die fortgeschrittene CKD ist deshalb in den aktuellen europäischen Dyslipidämie- Leitlinien explizit als kausaler Risikofaktor für eine Atheroskle rose gekennzeichnet. Ich gehe davon aus, dass die KDIGO (Kidney Disease: Improving global Out comes) mit der nächsten Über arbeitung Dr. Andrea Beigel beigel@eickenhof-dialyse.de Dr. Andrea Beigel Fachärztin für Innere Medizin und Nephrologie Gemeinschaftspraxis Eickenhof-Dialyse Langenhagen (Hannover) ihrer Leitlinien nachziehen und diesen Zusammenhang auch stärker betonen wird. Auf der anderen Seite der Medaille steht die cholesterinbedingte Atherosklerose, der man durch eine Therapie gut entgegenwirken kann. Die LDL- C-Senkung ist ein etablierter und generalisierter connexiplus EDUCATION 15

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