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Leseprobe CONNEXIPLUS 2020-2 Kardiorenale Achse

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erstes interdisziplinäres fachmagazin zu kardiologie, nephrologie und diabetologie sowie lipidologie, biomarkern und ernährung

QUANTITATIVE

QUANTITATIVE KORONARANGIOGRAPHIE Fazit Zusammenfassend stellt die QFR ein Beispiel für eine neue technologische Weiterentwicklung dar, welche das Potenzial besitzt, die Belastung für den Patienten zu reduzieren und die Implantation eines Stents auf präzise Art und Weise individualisiert durchzuführen. Referenzen 1. De Bruyne B, Pijls NH, Kalesan B et al.; FAME 2 Trial Investigators. Fractional flow reserve-guided PCI versus medical therapy in stable coronary disease. N Engl J Med 2012; 367(11): 991–1001. 2. Neumann FJ, Sousa-Uva M, Ahlsson A et al.; ESC Scientific Document Group. 2018 ESC/EACTS Guidelines on myocardial revascularization. Eur Heart J 2019; 40(2): 87–165. 3. Toth GG, Toth B, Johnson NP et al. Revascularization decisions in patients with stable angina and intermediate lesions: results of the international survey on interventional strategy. Circ Cardiovasc Interv 2014; 7(6): 751–9. 4. Tu S, Westra J, Yang J et al.; FAVOR Pilot Trial Study Group. Diagnostic accuracy of fast computational approaches to derive fractional flow reserve from diagnostic coronary angiography: The international multicenter FAVOR pilot study. JACC Cardiovasc Interv 2016; 9(19): 2024–35. 5. Xu B, Tu S, Qiao S et al. Diagnostic accuracy of angiography-based quantitative flow ratio measurements for online assessment of coronary stenosis. J Am Coll Cardiol 2017; 70(25): 3077–87. Priv.-Doz. Dr. med. Karsten Lenk karsten.lenk@medizin.uni-leipzig.de connexiplus IMAGING Priv.-Doz. Dr. med. Karsten Lenk Prof. Dr. med. Ulrich Laufs Klinik und Poliklinik für Kardiologie Universitätsklinikum Leipzig Liebigstraße 20, 04103 Leipzig Prof. Dr. med. Ulrich Laufs ulrich.laufs@medizin.uni-leipzig.de Welche Aussage ist falsch im Hinblick auf die Vorteile der QFR gegenüber der FFR? 1. Ein Druckdraht ist nicht erforderlich. 2. Eine Adenosingabe ist nicht erforderlich. 3. Der materielle Aufwand bei der Analyse einer 3-Gefäßerkrankung ist geringer. 4. Man benötigt nur eine Projektion des Zielgefäßes. 5. Läsionslänge, Referenzdiameter und Stenosegrad werden miterfasst. Die Lösung finden Sie auf Seite 67. 32

MYTHS & FACTS Mit rotem Reis ganz natürlich den Cholesterinspiegel senken? Ein hohes LDL-Cholesterin (LDL-C) spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Roter Reis wird zurzeit vor allem übers Internet als cholesterinsenkendes Naturprodukt angepriesen. Wer erhöhte Blutfettwerte in den Griff bekommen will, kann über einen gesunden Lebensstil mit körperlicher Aktivität, einer gesunden Ernährung oder über pflanzliche Inhaltsstoffe senkend auf den LDL- C-Stoffwechsel einwirken. Phytosterinen in Margarine, Pektinen in Äpfeln, Saponinen und Gerbstoffen in grünem Tee, Gingerolen in Ingwer, Alliin in Knoblauch, mehrfach ungesättigten Fettsäuren in Nüssen oder Olivenöl, selbst der Schokolade wird eine cholesterinsenkende Wirkung zugesprochen. Doch allen diesen natürlichen Cholesterinsenkern ist gemeinsam, dass sie bei einer Hypercholesterinämie das LDL-C in der Regel nicht ausreichend absenken [1]. Myths Roter Reis wird häufig mit der Aussage beworben, als pflanzlicher Cholesterin-Senker den Cholesterinspiegel „rein natürlich“ – ohne die Nebenwirkungen pharmakologischer Wirkstoffe – effektiv zu senken. Facts Die cholesterinsenkende Wirkung von rotem Reis oder auch Rotschimmelreis (red yeast rice) ist wissenschaftlich gut belegt [2, 3]. Zur Herstellung von rotem Reis wird handelsüblicher Reis mit Schimmelpilzen der Gattung Monascus beimpft. Bei der einsetzenden Fermentation entstehen neben einem roten Farbstoff auch verschiedene pharmakologisch wirksame Inhaltsstoffe, darunter Monacolin K. Monacolin K führt über eine kompetitive Hemmung des Enzyms Abbildung 1: Roter Reis stammt ursprünglich aus Ostasien, wo er seit Jahrhunderten zum Färben, Aromatisieren und Konservieren von Lebensmitteln sowie als Heilmittel eingesetzt wird. HMG-CoA-Reduktase zu einer Senkung der Serumkonzentration von Cholesterin und gehört damit zu den Statinen. Die heute übliche Bezeichnung für Monacolin K ist Lovastatin, ein verschreibungspflichtiges Medikament zur Senkung eines erhöhten Cholesterinspiegels. Die mit Statinen assoziierten Nebenwirkungen reichen von leichten Muskelschmerzen bis zur Myopathie und in seltenen Fällen bis zur Rhabdomyolyse. Die auf dem Markt erhältlichen Produkte aus rotem Reis unterscheiden sich sowohl in ihrer Wirkstoffkonzentration als auch in ihren unerwünschten Wirkungen und Wechselwirkungen erheblich [3]. Fazit Die Behauptung, dass roter Reis den Cholesterinspiegel „natürlich“ senkt oder niedrig hält, ohne vergleichbare Nebenwirkungen wie synthetische Statine zu haben, ist unhaltbar. Bericht: Rüdiger Zart Referenzen 1. Klose G, Laufs U, März W, Windler E. Familial hypercholesterolemia: developments in diagnosis and treatment. Dtsch Arztebl Int 2014; 111(31–32): 523–9. 2. Li Y, Jiang L, Jia Z et al. A meta-analysis of red yeast rice: an effective and relatively safe alternative approach for dyslipidemia. PLoS One 2014; 9(6): e98611. 3. DFG. Toxikologische Bewertung von Rotschimmelreis. Verfügbar unter: https://www.dfg.de/download/pdf/ dfg_im_profil/reden_stellungnahmen/2012/sklm_rotschimmelreis_121218.pdf connexiplus ©Hendra Su/Alamy Stock Foto 33

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