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Leseprobe CONNEXIPLUS 2021-1 COVID-19 und Impfstoffe

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Fachmagazin zu COVID-19

COVID-19 UND SCHWANGERSCHAFT Auswirkungen von SARS-CoV-2 auf Schwangere und deren Neugeborene Mario Rüdiger, Dresden und Ulrich Pecks, Kiel Die durch SARS-CoV-2 (severe acute respiratory syndrome coronavirus type 2) ausgelöste COVID-19-Infektion stellt das Gesundheitswesen weltweit vor enorme, bisher nicht gekannte, Herausforderungen. Wenngleich schwerste Krankheitsverläufe überwiegend bei alten Menschen bzw. Patienten mit Vorerkrankungen vorkommen, so ist die Infektion auch bei Schwangeren und deren Neugeborenen von klinischer Relevanz. Die vorliegende Arbeit versucht die aktuelle Datenlage zu den Auswirkungen einer SARS-CoV-2-Infektion auf die Schwangerschaft und die Neugeborenenperiode zusammenzufassen. connexiplus Im vergangenen Jahr wurden zu der Thematik COVID-19 bei Schwangeren und deren Neugeborenen sehr viele Daten publiziert, allerdings ist die Qualität dieser Publikationen sehr unterschiedlich. So zeigte eine kürzlich veröffentlichte Übersicht, dass die Mehrzahl der publizierten systematischen Reviews zu der Thematik „mütterliches und neonatales Outcome nach SARS-CoV-2-Infektion“ methodisch nicht den geforderten Qualitätskriterien entsprachen [1]. SARS-CoV-2-Infektion in der Schwangerschaft Fasst man die aktuelle Literatur zusammen, so finden sich keine überzeugenden Hinweise, dass während der Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko besteht, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren. Die Prävalenz einer SARS-CoV-2-Infektion bei Schwangeren hängt damit ganz maßgeblich von der lokalen Situation ab. Um die Situation in Deutschland beurteilen zu können, hat die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM) im April 2020 mit der Erfassung SARS-CoV-2-positiv getesteter Schwangerer begonnen. Zur Teilnahme am CRONOS-Register (COVID-19 Related Obstetrics neonatal Outcome Study in Germany) sind alle geburtshilflichen Einrichtungen in Deutschland eingeladen [2]. Mit Stand 11.03.2021 hatten 101 von 151 registrierten Einrichtungen Daten eingegeben. Alle nachfolgenden Angaben aus dem CRONOS-Register beziehen sich, falls nicht anders angegeben, auf den Stand 48

11.03.2021 (wöchentlich aktualisierte Daten können unter https://www.dgpm-online.org/index. php?id=60 abgerufen werden). In den beteiligten Einrichtungen findet ungefähr ein Viertel aller bundesdeutschen Geburten statt, bisher wurden 1.412 Schwangere, die im Verlauf der Schwangerschaft SARS-CoV-2-positiv getestet wurden, registriert. Davon wurden mittlerweile 1.079 Frauen entbunden. Schwere der Erkrankung während der Schwangerschaft Während sich das Risiko, einer SARS-CoV-2-Infektion bei Frauen auch während der Schwangerschaft nicht von der Allgemeinpopulation unterscheidet, ist die Schwere der COVID-19-Erkrankung etwas weniger stark ausgeprägt als bei Männern. Als Ursache dafür werden weibliche Steroidhormone diskutiert, deren immunmodulatorische Wirkung protektiv ist [3, 4]. Die Mehrzahl der betroffenen Frauen zeigt keine oder milde bis moderate Symptome [5]. Symptomatische Infektionen finden sich bei schwangeren Frauen insbesondere im dritten Trimester [6]. Allerdings ist bei der Interpretation der Daten zu berücksichtigen, dass in der ersten Phase der Pandemie ein systematisches Screening selten durchgeführt wurde und damit die Detektion asymptomatisch Infizierter gering war. Durch Einführung umfangreicher Screeningmaßnahmen zeigen Daten aus der zweiten Phase der Pandemie ein anderes Bild; der Anteil der symptomfreien aber trotzdem SARS-CoV-2-positiven Schwangeren ist deutlich gestiegen. Unter den symptomatischen Frauen ist im Vergleich zu nicht schwangeren Frauen mit ähnlichem Risikoprofil (Alter, Vorerkrankungen, Ethnizität etc.) bei Schwangeren der Verlauf einer COVID- 19-Erkrankung deutlich schwerer. So zeigte sich in entsprechenden Analysen an 409.462 SARS-CoV- 2-positiv getesteten symptomatischen Frauen Prof. Dr. med. Mario Rüdiger mario.ruediger@uniklinikum-dresden.de Prof. Dr. med. Ulrich Pecks ulrich.pecks@uksh.de ein erhöhtes Risiko für die Notwendigkeit einer intensivmedizinischen Betreuung (adjustiertes relatives Risiko [aRR] 3,0; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 2,6–3,4), invasiven Beatmung (aRR 2,9; 95 %-KI 2,2–3,8), extrakorporalen Membranoxygenierung (aRR 2,4; 95 %-KI 1,5–4,0) sowie mehr Todesfälle (aRR 1,7; 95 %-KI 1,2–2,4) [7]. Zu diesem Schluss kommt auch eine große, ständig connexiplus 49

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