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Leseprobe CONNEXIPLUS 2021-1 COVID-19 und Impfstoffe

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Fachmagazin zu COVID-19

connexiplus zur

connexiplus zur Ermittlung der Seroprävalenz dienen [27]. Der zeitliche Verlauf der Seroprävalenz erlaubt eine Abschätzung der zeitlichen Entwicklung der Durchseuchung innerhalb einer untersuchten Population. In Deutschland hat die Seroprävalenz mit insgesamt 7,8 % im März diesen Jahres ihren bisherigen Höhepunkt erreicht [28]. Je nach Test können Antikörper mit den Immunklassenspezifitäten IgA, IgM und IgG oder auch Kombinationen erkannt werden (Seropositivität). Ab dem siebten Tag nach Symptombeginn treten erste spezifische IgM- oder IgA-Antikörper im Blut auf [29, 30]. Höhere Antikörpertiter sind allerdings erst nach 2–3 Wochen detektierbar. Eine Serokonversion findet demnach bei der Mehrzahl der Patienten erst in der zweiten Woche nach Symptombeginn statt [31], weshalb ein Antikörpernachweis für die Akutdiagnostik nicht empfohlen wird. Der Nachweis von IgG-Antikörpern kann jedoch verwendet werden, um die Epidemiologie der SARS-CoV-2-Infektion besser zu verstehen und um das Ausmaß der humoralen Immunität bei Patienten zu bestimmen. Ab der zweiten Woche nach Symptombeginn kann ein spezifischer Nachweis von NCP-IgG-Antikörpern außerdem bei einem negativen oder nicht durchgeführten PCR-Test einen Verdacht auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 klären. Bisher ist davon auszugehen, dass nach einer erfolgten Serokonversion mit der Bildung von IgG-Antikörpern die Infektiosität beendet ist [27]. Inwieweit ein positiver SARS-CoV-2-IgG- Nachweis auch eine Immunität gegenüber dem SARS-CoV-2-Virus bedeutet und wie lange diese Immunität einen Infektionsschutz bietet, ist noch zu evaluieren. SARS-CoV-2-Virusvarianten Sogenannte besorgniserregende Virusvarianten (variants of concern, VOC) zeichnen sich durch eine Veränderung relevanter Erregereigenschaften im Vergleich zu herkömmlichen Virusvarianten aus. Dazu zählen etwa Unterschiede in der Übertragbarkeit, der Virulenz oder der Suszeptibilität gegenüber einer Immunantwort von genesenen oder geimpften Personen [32]. Mit heutigem Stand (März 2021) sind drei SARS-CoV-2 VOCs durch das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) beschrieben worden, welche sich weltweit in einigen Gebieten mit großer Dynamik ausbreiten: B.1.1.7, B.1.351 und P.1. Alle drei Virusvarianten sind in Deutschland bereits bei infizierten Personen nachgewiesen worden. Die B.1.1.7 Virusvariante hat sich im September 2020 in Großbritannien ausgebreitet und kennzeichnet sich neben einer gesteigerten Übertragbarkeit durch eine höhere Reproduktionszahl, was ihre Eindämmung erschwert. Eine Sonderform dieser Virusvariante besitzt die zusätzliche Mutation E484K, welche auch in den Varianten B.1.351 und P.1 auftritt, wodurch das Virus unempfindlicher gegen bereits gebildete Antikörper ist. Es wird eine geringere Wirksamkeit der derzeit erhältlichen Impfstoffe gegen diese Variante vermutet [32]. Die Variante B.1.1.7 breitet sich aktuell in Europa vermehrt aus und ist in vielen Ländern bereits die am häufigsten detektierte Variante. Mit heutigem Stand (Mitte März) wird B.1.1.7 in 72 % der untersuchten positiven Proben in Deutschland gefunden [36]. Auch für die Virusvariante B.1.351, welche erstmals im Dezember 2020 in Südafrika in Erscheinung getreten ist, wird eine höhere Übertragbarkeit diskutiert. Es gibt Hinweise darauf, dass Menschen die bereits mit der ursprünglichen SARS-CoV-2-Variante infiziert waren oder einen gegen diese Variante gerichteten Impfstoff erhalten haben, weniger gut vor einer Infektion mit B.1.351 geschützt sind [35]. Bei der P.1-Virusvariante handelt es sich um eine von der B.1.1.28 Linie abstammende SARS-CoV-2-Variante, die erstmals in Brasilien nachgewiesen wurde 60

VIRUSNACHWEIS und für die eine reduzierte Wirksamkeit neutralisierender Antikörper bei Genesenen bzw. Geimpften angenommen wird. Zusätzlich vermutet man auch bei dieser Variante eine erhöhte Übertragbarkeit [32]. Momentan steht eine weitere Virusvariante (B.1.525) unter Beobachtung, welche zunächst in Dänemark und nun auch in Deutschland nachgewiesen werden konnte [33]. Referenzen 1. WHO Statement regarding cluster of pneumonia cases in Wuhan, China. Verfügbar unter: https://www.who.int/ china/news/detail/09-01-2020-who-statement-regarding-cluster-of-pneumonia-cases-in-wuhan-china [Letzter Zugriff 29.03.2021]. 2. Huang C-G, Lee K, Hsiao M et al. Culture-based virus isolation to evaluate potential infectivity of clinical specimens tested for COVID-19. J Clin Microbiol 2020; 58: 1–8. 3. WHO. Laboratory testing for coronavirus disease 2019 (COVID-19) in suspected human cases. Verfügbar unter: https://apps.who.int/iris/bitstream/handle/ 10665/331329/WHO-COVID-19-laboratory-2020. 4-eng.pdf?sequence=1&isAllowed=y [Letzter Zugriff 29.03.2021]. 4. Wölfel R, Corman VM, Guggemos W et al. Virological assessment of hospitalized patients with COVID-2019. Nature 2020; 581: 465–9. 5. Wang X, Tan L, Wang X et al. Comparison of nasopharyngeal and oropharyngeal swabs for SARS-CoV-2 detection in 353 patients received tests with both specimens simultaneously. Int J Infect Dis 2020; 94:107–9. 6. Tu Y-P, Jennings R, Hart B et al. Swabs collected by patients or health care workers for SARS-CoV-2 testing. N Engl J Med 2020; 383: 494–6. 7. Chen JH-K, Yip CC-Y, Poon RW-S et al. Evaluating the use of posterior oropharyngeal saliva in a point-of-care assay for the detection of SARS-CoV-2. Emerg Microbes Infect 2020; 9: 1356–9. 8. Iwasaki S, Fujisawa S, Nakakubo S et al. Comparison of SARS-CoV-2 detection in nasopharyngeal swab and saliva. J Infect 2020; 81: e145–7. 9. Jamal AJ, Mozafarihashjin M et al. Sensitivity of nasopharyngeal swabs and saliva for the detection of severe acute respiratory syndrome coronavirus 2. Clin Infect Dis 2020; 27: 1064–6. 10. McCormick-Baw C, Morgan K, Gaffney D et al. Saliva as an alternate specimen source for detection of sarscov-2 in symptomatic patients using cepheid xpert xpress sarscov-2. J Clin Microbiol 2020; 58: 2–3. Dr. med. Martin Roskos martin.roskos@synlab.com Dr. rer. nat. Caroline Pfeifer carolinepfeifer@gmx.net Univ. Prof. Dr. med. Winfried März winfried.maerz@synlab.com connexiplus 61

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