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Leseprobe CONNEXIPLUS 2021-1 COVID-19 und Impfstoffe

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Fachmagazin zu COVID-19

connexiplus Was genau

connexiplus Was genau ist der Gegenstand Ihres Forschungsprojekts in Kiel? Welche und wie viele Patienten wurden eingeschlossen? Wir haben eine Studie aufgelegt zur Wirksamkeit einer molekularen hochdosierten Ernährungsintervention bei Patienten mit COVID-19-Erkrankung in einem frühen Stadium und Symptomen (Ernährungsstudie COVit). Wir wollen an 1.300 Patienten zeigen, dass es seltener zu einem schweren Krankheitsverlauf kommt, wenn die Ernährung durch bestimmte Nahrungsergänzungsmittel positiv beeinflusst wird. Der primäre Endpunkt der Studie ist, ob der Patient ins Krankenhaus aufgenommen werden muss und dort sauerstoffpflichtig wird. Beteiligt sind unterschiedlichste Interessengruppen für solch einen breiten Ansatz: Neben uns als Internisten arbeiten auch Ernährungsmediziner, Epidemiologen, Molekularbiologen sowie das Kompetenznetz Darmerkrankungen daran mit. Es geht darum, milde Erkrankungen zu stabilisieren und die Zahl schwerer Verläufe, die eine Sauerstofftherapie oder invasive Beatmung im Krankenhaus nötig machen, zu reduzieren. Dazu soll gezielt der Ernährungsstatus der Patienten in ganz definierten Aspekten vorübergehend gestärkt werden. Wie werden die Patienten in dieser Studie behandelt? Da Tryptophan nicht so einfach zu substituieren ist und vor allem auch toxisch sein kann, wird in der Studie zusätzlich zum üblichen medizinischen Vorgehen bei COVID-19 über einen Zeitraum von vier Wochen eines der Tryptophan-Stoffwechselprodukte, das Vitamin B3, eingesetzt, und zwar in einer Dosierung von 1.000 mg pro Tag (mit der Erwartung hier eine bessere Wirksamkeit zu beobachten als bei der Behandlung mit dem Vergleichsprodukt). Alternativ wird untersucht, ob auch die einmal tägliche Einnahme eines weiteren Nahrungsergänzungsmittels, der Kieselerde, den Heilungsverlauf der COVID-19-Erkrankung positiv beeinflusst. Die Kieselerde wird in einer hohen, jedoch unbedenklichen Dosis verabreicht. Auch das eingesetzte Vitamin B3 bekommt man in diesem speziellen Reinheitsgrad nicht in der Apotheke. Warum fiel die Wahl der zweiten Substanz neben Vi ta min B3 gerade auf Kieselerde? Es sollte eine Vergleichsgruppe sein, die aus medizinischer Sicht eigentlich ein Placebo bekommt. Weil Kieselerde in der Bevölkerung als Heilmittel zur Behandlung von Infekten als solches akzeptiert und breit eingesetzt wird, haben wir diese Vergleichssubstanz gewählt. Wurden alle Patienten, die bisher angemeldet wurden oder selbst Interesse an einer Studienteilnahme hatten, unabhängig von ihrem Ernährungsstatus eingeschlossen? Ja. Jeder, der infiziert ist und sich in einem frühen Stadium befindet, wird versorgt, weil wir glauben, dass unabhängig vom aktuellen Ernährungszustand dieser immer noch optimiert werden kann und das dem Patienten in jedem Fall zugutekommt. Wie kommen die Patienten in die Studie und wie läuft sie ab? Zum einen bitten wir Kolleginnen und Kollegen, uns einen Kontakt zu ihren symptomatischen COVID- 19-Patienten zu vermitteln. Alternativ kann sich jeder interessierte Patient selbst in die Maske via Internet eintragen (s. Infokasten). Die Studienteilnehmer erhalten die Testpräparate kostenlos zugesandt. Die teilnehmenden Patienten werden insgesamt fünfmal angerufen. Nach dem Erstkontakt gibt es drei kurze Anrufe im Abstand von zwei Wochen und einen abschließenden Kontakt nach sechs Monaten, in denen Fragen zum Krankheitsverlauf gestellt werden. Wir schauen vor allem auf „grobe Ausschläge“. Ganz besonders interessiert uns, wie viele ins Krankenhaus müssen und wer kann zu Hause bleiben. 66

INTERVIEW Wie ist der aktuelle Stand des Studienverlaufs, gibt es schon erste (Beobachtungs-)Ergebnisse? Aufgrund der geringen Fallzahlen bis zum Herbst haben wir die ursprünglich geplante Patientenzahl noch nicht erreicht. Wir haben allerdings aus der Pilotphase deutliche Hinweise darauf, dass Vitamin B3 die Symptome von COVID-19 positiv beeinflussen kann. Dies wollen wir in einem zweiten Teil der COVit-Studie gezielt untersuchen. Darin wird eine Kombination aus zwei verschiedenen Vita min-B3- Tabletten – eine davon wurde von uns entwickelt – mit Placebotabletten verglichen. Es sind noch genügend freie Plätze in der Studie vorhanden. Wir gehen davon aus, dass wir im Laufe des Jahres 2021 erste wichtige Ergebnisse aus der COVit-Studie vorlegen können. Mit welchen Konsequenzen könnten die Ergebnisse für die Therapie von COVID-19-Patienten verbunden sein? Sollen sie sich anders ernähren? Zweite Frage zuerst: Nein. Unsere Studie hat nichts mit Ernährung im klassischen Wortsinn zu tun, obwohl sie das Wort im Namen trägt. Über die normale Nahrungsaufnahme sind die Nährstoffdosen, die wir hier zuführen, nicht zu erreichen. Es wäre natürlich fantastisch, wenn man auf die in der Studie angewandte Weise, also mit einer molekular definierten, hochdosierten Ernährungsintervention, den Krankheitsverlauf tatsächlich positiv beeinflussen könnte, so wie wir uns das vorstellen. Und ganz sicher würde man das dann auch relativ früh in der klinischen Praxis anwenden, um den einen oder anderen vielleicht vor einem Krankenhausaufenthalt zu bewahren oder schwere Verläufe zu verhindern. Herr Professor Schreiber, wir bedanken uns sehr herzlich für das Gespräch. Die Fragen stellte Elke Klug Studienteilnahme In die Studie werden zurzeit noch Teilnehmer eingeschlossen. Diese können durch behandelnde Ärzte vermittelt werden oder sich selbst anmelden. Besonders angesprochen sind Ärztinnen und Ärzte, die ihren frisch diagnostizierten Patienten eine Behandlungsoption bieten wollen, und Betroffene, bei denen eine SARS-CoV-2-Infektion nachgewiesen wurde und die Symptome haben. Vermittlung durch den Arzt/die Ärztin Der Patient bekommt ein Merkblatt zur Aufklärung und erhält eine Zugangsnummer, über die er sich unmittelbar anmelden kann. In der Folge erhält er die Studienpräparate. Das Schreiben für Patienten kann von Ärzten angefordert werden unter der Arzt-E-Mail anmeldung@covid19trial.de oder über das Arzt-Telefon 0431 592 957-4153. Oder der behandelnde Arzt erhält, nachdem er den Patienten selbst aufgeklärt hat, einen Fallbogen, den er unter www.covid19trial.eu eingeben kann (Fallnummer erhält der Patient unter https://covid19trial.de). Anmeldung durch den Patienten/ die Patientin selbst Patienten können sich unter www.covid19trial. de anmelden und werden von der Studienleitung kontaktiert, erhalten vollständige und detaillierte Informationen zur Studie, dann erfolgt das erste Telefonat mit der Studienkoordination. Oder sie können anrufen bei der Patienten- Hotline 0431 580 906 41. Die Studie wurde von der zuständigen Ethikkommission positiv begutachtet (AZ 107/20) und genehmigt. Eine weitere Ethikbegutachtung vor Ort ist nicht nötig, da die Studie monozentrisch mit Selbstanmeldung der Patienten erfolgt. connexiplus 67

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